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Wie komme ich an einen Therapeuten? |
Die erste Anlaufstation, auch wenn dies inzwischen als unmodern gilt,
ist am besten der Hausarzt. Wenn der Ihnen allerdings ohne viel Worte
zu verlieren, eine
Die erste Anlaufstation, auch wenn dies inzwischen als unmodern gilt,
ist am besten der Hausarzt. Wenn der Ihnen allerdings ohne viel Worte
zu verlieren, eine Überweisung zum Neurologen in die Hand drückt,
sollten Sie entweder den Hausarzt wechseln oder sich selber auf die
Suche begeben.
Im nächsten Schritt sollten Sie
sich im Freundeskreis diskret umhören. Sie werden erstaunt darüber
sein, wieviele Ihrer Bekannten schon psychotherapeutische Erfahrungen
gemacht haben, wovon Sie bisher aus diversen Gründen nichts wußten. Es
ist eben bisher nur in Amerika ein eher positives Zeichen, wenn jemand
seinen Psychotherapeuten hat. Zwar ist, z.B. Woody Allen, so mancher
trotz jahrzehntelanger Therapie nicht ganz von seinen Macken geheilt
worden, andererseits , was wäre sonst noch alles wohl passiert, wenn
die Therapie nicht wenigstens teilweise gegriffen hätte.
Wenn Sie hier nicht fündig werden, können Sie sich von Ihrer
Vertragskasse das aktuelle Therapeutenverzeichnis aushändigen lassen.
Leider sind derzeit auf Grund der Gesetzesänderungen die Kassen trotz
unglaublich gestiegener Peronalkosten oft noch nicht einmal imstande,
ein Verzeichnis auszuhändigen.
Der nächste Schritt kann ein Blick in die Gelben Seiten sein. Hier ist
allerdings ein unglaubliches Angebot, wo es selbst Fachleuten schwer
fällt, den Spreu vom Weizen zu trennen.
Der Begriff "Therapeut" ist nicht geschützt. Sie können jederzeit nach
dem Motto: "Wenn schon reden, dann will ich daran verdienen und nicht
dafür bezahlen...", selber ein Praxisschild kaufen, auf dem Sie sich
zum Therapeuten für Eheprobleme, Lebensberatung etc. ernennen und nun
auf Kundschaft warten. Viele Psychologen, Ärzte. Heilpraktiker haben
noch nie eine Psychosomatische Klinik in der Ausbildung von innen
gesehen, zum Teil selber keine Lehranalyse gemacht. Ein bißchen formale
Sicherheit gibt eigentlich nur das Vorliegen der Facharztbezeichnung
"Psychotherapeutische Medizin" und/oder die Zusatzbezeichnung
Psychoanalyse auf der einen Seite, oder das Vorliegen der
Kassenzulassung, da die Kassen aus verständlichen Gründen auf
Qualitätskontrolle achten. Insofern nehmen Sie sich die gelben Seiten
zur Hand und gehen sie einfach mal durch.
Hier stoßen Sie auf folgende Rubriken:
1. Ärzte - Neurologie
Diese Ärzte sind primär für neurologische Krankheiten wie z.B. Multiple
Sklerose ausgebildet und können Ihnen wenig helfen, es sei denn sie
hätten eine psychotherapeutische Ausbildung, was durch die
Zusatzbezeichnung Psychotherapie oder Psychoanalyse ausgedrückt wird.
2. Ärzte - Psychiatrie
Diese Ärzte sind vorwiegend für psychiatrische Krankheiten wie
Schizophrenie oder endogene Depressionen ausgebildet. Für sie gilt
dasselbe wie unter 1.
3. Ärzte - Psychotherapeutische Medizin oder Ärzte - Psychotherapie oder Ärzte - Psychoanalyse
Diese Ärzte sind prinzipiell für Ihr Anliegen zuständig. Hier ist nur
zu fragen, ob sie auch bei Ihrer Vertragskasse zugelassen sind.
4. Psychologische Beratung, Psychotherapie, Psychologen
Hier sind diverse Anbieter aufgeführt, die sich für psychologische
Beratung oder Therapie kompetent halten. Ob sie zuständig und
qualifiziert für Ihr Anliegen oder von Ihrer Kasse zugelassen sind,
müßten Sie durch Nachfrage beim Anbieter oder Ihrer Kasse klären
Autor: Dr. med. Dr. Paed. Dietger Heitele
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