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Konzepte und Methoden

Nach Ausbruch der Angststörung ist es für die Betroffenen eminent wichtig möglichst schnell Aufklärung und Informationen über ihre Krankheit zu bekommen, um sie zu verstehen und selbst aktiv werden zu können. So können lange Leidenszeiten vermieden und die Gefahr einer Chronifizierung vermindert werden. MASH stellt deshalb obligatorisch nach der ersten telefonischen, schriftlichen oder persönlichen Kontaktaufnahme den Hilfesuchenden ein Infopaket bereit und bietet bei Bedarf ein oder mehrere persönliche(s) Beratungsgespräch(e) an.

Voraussetzung für den Besuch einer MASH-Gruppe ist die Teilnahme an einem Infoabend oder Vorgespräch:

  • Vorgespräch/Beratung
Das professionelle Beratungsgespräch kann die Information und Beratung zur Therapie und Selbsthilfe bei Angststörungen, die Vermittlung von alternativen Kontaktadressen dazu, aber auch die Besprechung persönlicher Probleme oder einer spezifischen Symptomatik beinhalten. Eventuell kann auch abgeklärt werden, ob überhaupt eine Angststörung oder vielleicht zusätzlich andere psychische Erkrankungen vorliegen, so dass der Besuch von anderen Einrichtungen geeigneter wäre. Auch hier können dann entsprechende Kontakte vermittelt werden, so dass der Ratsuchende nicht mit seinen Problemen alleine gelassen wird.

  • Infoabend
Parallel hierzu finden in regelmäßigen Abständen Infoabende statt. ( Die nächsten Termine können bei MASH erfragt werden ). Auch hier besteht neben der Infoweitergabe ebenso wie nach dem Erstgespräch die Möglichkeit sich für eine MASH-Gruppe zu entscheiden:

  • Die MASH-Gruppe
Die MASH-Gruppe besteht aus 10 bis maximal 12 Teilnehmern, die sich regelmäßig einmal in der Woche 2 Stunden treffen. Sie wird geleitet von einem durch MASH geschulten ehemaligen Selbstbetroffenen.


Eingebetet ist diese 2 stündige Selbsthilfegruppe in das Blitzlicht zu Beginn, bei dem jedes Gruppenmitglied kurz über seine aktuelle Situation und Stimmung berichtet und eventuell ein Thema für diesen Abend anmeldet und das Schlussblitzlicht am Ende der Veranstaltung, das die Gruppe nochmals zusammenführt und gleichzeitig jeder wieder zu sich selbst und seiner aktuellen Befindlichkeit zurückkehrt.

Im Verlauf der 2 stündigen Selbsthilfegruppe eröffnen sich dem Gruppenmitglied nun eine Vielzahl von Möglichkeiten:

  • Durch das Zusammentreffen mit Menschen, die unter der gleichen Erkrankung leiden, wird jedem deutlich, dass er mit seinen Ängsten nicht alleine steht.
  • Man trifft auf Menschen, die obwohl sie unter der gleichen Erkrankung leiden, wie man selbst, diese doch nicht so stigmatisiert erlebt, wie man sich sein Selbstbild geschaffen hat.
  • Informationsaustausch mit anderen Gleichbetroffenen erweitert den eigenen Kenntnisstand über die Erkrankung.
  • Gerade am Anfang ist es sehr wichtig von Gleichbetroffenen Informationen und Erfahrungen einzuholen, die den Alltag mit der Angst erträglicher werden lassen
  • Lösungsansätze und Lösungswege aus der Angst, die andere bereits für sich gefunden und umgesetzt haben, können für den eigenen Weg aus der Angst als Denkansatz und als neue Handlungsalternative herangezogen werden.
  • Im geschützten Rahmen können neue Verhaltensweisen direkt erprobt und umgesetzt werden, Feedback eingeholt und Korrekturen eingeleitet werden.
  • Eigene Themen und die Themen der anderen Gruppenteilnehmer führen dazu, dass der Einzelne die Möglichkeit erhält, eigene Positionen, Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen und so an sein je eigenes Thema zu gelangen, das sich hinter der Angst verbirgt.
  • Durch das Zusammentreffen mit anderen Menschen wird der Abbau sozialer Isolation, die Reduzierung des angstbedingten Vermeidungsverhaltens, und die Erprobung neuer Kontakt- und Kommunikationsmöglichkeiten gefördert.
  • Aus der anfänglichen sozialen Isolation können sich über die Gruppe hinaus Interessengemeinschaften bis hin zu Freundschaften entwickeln.
  • Auch wechseln im Verlauf der Gruppenzugehörigkeit die Rollen, die der Angsterkrankte einnimmt. So ist der heute neu in die Gruppe kommende Teilnehmer morgen vielleicht schon wichtige Kontaktperson für die dann neu in die Gruppe dazu stoßenden Angstpatienten, was neben anderem auch zum Aufbau des eigenen Selbstwertgefühls und sozialer Kompetenz beiträgt.

 
Die Kommunikation im Verlauf der Selbsthilfegruppe unterliegt folgenden Regeln:
  1. Sei Dein eigener Chairman
  2. Störungen haben Vorrang
  3. Wenn Du willst, bitte um ein Blitzlicht
  4. Es kann immer nur einer sprechen
  5. Experimentiere mit Dir selbst
  6. Beachte Deine Körpersignale
  7. Ich’ statt ‚ Man’ oder ‚Wir’
  8. Eigene Meinung statt Fragen
  9. Sprich direkt
  10. Gib Feed-back, wenn Du das Bedürfnis hast
  11. Wenn Du Feed-back erhältst, hör ruhig zu

Als eine wichtige Regel über allen Regeln zu betrachten ist die Verschwiegenheit, was bedeutet, dass nichts von dem, was während der Selbsthilfegruppe besprochen wird, nach außen gelangt.

Durch die wechselseitige Hilfestellung, die professionelle Unterstützung und Informationsvermittlung sowie durch die neuen Kontaktmöglichkeiten wird die dem Gesundungsprozess entgegenstehende Ausgangssituation des sozialen Rückzugs reduziert und im Sinne neuer Chancen zur Entwicklung positiv verschoben. Damit eröffnet MASH die Möglichkeit einer verstärkten oder gar neuen sozialen Integration.

Dies wird zusätzlich auch noch gefördert durch
  • Gemeinsam organisierte Freizeitaktivitäten
  • Vorträge, Informations- und Diskussionsveranstaltungen
  • Therapeutische Wochenenden
  • Spezielle Übungsgruppen (Selbstsicherheit, Selbsterfahrung usw.)

 
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