Ich befinde mich immer noch auf dem Weg der Besserung, aber meine Angst ist schon viel besser geworden. Ich denke, die Angst wird immer wieder kommen, um mich zu warnen, wenn in meinem Leben etwas nicht stimmt, aber ich werde lernen, besser und besser damit umzugehen.
Angst habe ich schon seit meiner Kindheit aus den verschiedensten Gründen, die aber immer damit zusammen hängen, dass ich befürchte, etwas nicht gut genug zu tun oder nicht geliebt zu werden. Panikattacken treten immer dann auf, wenn ich massiv über meine eigenen Bedürfnisse hinweg gehe. Derzeit geht es hier vor allem um Überarbeitung, weil ich mich vor 2 Jahren selbständig gemacht habe und ackere wie ein Pferd ohne Pausen. Die Panik zwingt mich dann dazu, Pausen zu machen - hat also auch positive Auswirkungen (das ist mein "sekundärer Krankheitsgewinn"...) Ich gebe EDV-Kurse, auch in anderen Städten. Um meinen Kunden nicht zu viele Kosten zu verursachen durch Übernachtungen im Hotel, stand ich oft morgens um 5 Uhr auf, fuhr um 6 Uhr zum Bahnhof, setzte mich um 6.30 Uhr in den Zug, Ankunft 8 Uhr (120 km entfernt), weiter mit S-Bahn oder Bus, Beginn Schulung um 9 Uhr bis abends 17 Uhr, dann das ganze zurück, zu Hause abends um 20 Uhr, und das wochenlang - bis ich irgendwann Panik im Auto, im Zug und in der S-Bahn bekam. Meine Panik äußert sich in Darmkrämpfen mit Durchfall. Toll! So wurde ich morgens daran gehindert, aus dem Haus zu gehen. Naja, nicht richtig - ich habe dann Immodium genommen und habe mich rausgequält - trotz Todesangst! Ich habe in all den Jahren, seit dies auftritt (20 Jahre) erst ein einziges Mal morgens nicht aus dem Haus gehen können... Da meine Firma im Moment sehr von meiner Arbeit abhängt, konnte ich es mir nicht leisten, nicht zu arbeiten - das war der Auslöser, mich endlich mit der Panik zu beschäftigen. Zunächst einmal habe ich mich selbst und meine Bedürfnisse wahr genommen und wichtig genommen. Ich habe mir Pausen gegönnt. Ich habe Bücher zu Problemlösungsstrategien von Angst und Panik gekauft. Ich habe wieder angefangen mit autogenem Training. Ich habe mit positiver Selbstsuggestion und Ablenkung begonnen. Erfolge stellten sich sehr schnell ein, schon nach 4 Wochen. Heute kommt die Angst zwar immer noch, aber ich werde innerhalb von Minuten mit ihr fertig. Das ist aber nur deshalb so, weil ich mich selbst wichtig nehme, mir Pausen gönne, nicht mehr zu allem Ja sage etc. Viele Grüße Marietta
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