Das beste Ergebnis bei Gedankenreisen erzielen Sie, wenn Sie die Reisen
auf eine Kassette besprechen und mit einer meditativen Musik
(instrumental) unterlegen.
Das beste Ergebnis bei Gedankenreisen erzielen Sie, wenn Sie die Reisen
auf eine Kassette besprechen und mit einer meditativen Musik
(instrumental) unterlegen. Falls Sie Ihre eigene Stimme nicht mögen
sollten, bitten Sie jemanden aus Ihrem Bekanntenkreis, der eine ruhige
und sympathische Stimme hat, für Sie die Kassette zu besprechen.
Wichtig ist, dass der Text möglichst über einen Zeitraum von 20 Minuten
andauert und sehr langsam gesprochen wird.
Wasserfall
Bloßfüßig gehen wir auf einen rauschenden Wasserfall zu. Wir sehen ihn
aus einiger Entfernung, wie er sprühend die alten Fichten zu seinen
Seiten umnebelt.
Wir spüren das Gras, das um unsere Füße streicht.
Wir riechen den harzigen Duft der Nadelbäum
Während wir uns dem Wasserfall nähern, spüren wir, wie feinster Sprühnebel unsere Haut umstreicht.
Jetzt gehen wir über abgerundete Steine und geben uns ganz diesem Gefühl auf unseren Fußsohlen hin.
Wir befinden uns jetzt am Rande eines kleinen Teiches, der sich an der
Basis des Wasserfalles befindet, und setzen uns auf einen großen,
bemoosten Stein.
Wir schließen die Augen und vertiefen uns in das Rauschen und Dröhnen
des Wasserfalles. Es erklingt wie von tausend Stimmen.
Jetzt tauchen wir mit unseren Händen in das kristallklare Wasser,
formen mit ihnen eine Schale, erheben sie und benetzen unser Gesicht.
Frische erfüllt uns, Kraft und Leben durchströmt uns. Tief atmen wir
durch und fühlen die Kraft unseren Körper durchströmen.
Wir beenden die Übung, indem wir tief durchatmen und uns dehnen und strecken.
Meeresbucht
Wir gehen eine Meeresbucht entlang und setzen uns in den goldenen Sand.
Die Sonne ist gerade im Untergehen und ihre Strahlen verzaubern die
Oberfläche des Meeres in ein von leichten Wellen bewegtes Gold. Auch
der Sand, auf dem du sitzt, wird zu Gold und angenehm strahlt er seine
Wärme und Sonnenkraft ab und erfüllt deinen Körper mit solarer Energie.
In Friede und liebevoller Verbundenheit mit Meer, Sand und Bucht
bleibst Du zeitlos sitzen und fühlst Deinen Atem kommen und gehen, so
wie die Wellen des Meeres kommen und gehen.
Allmählich schwindet die Sonne vom Horizont und die Bucht wechselt in
das silberne Licht des Vollmondes über. Von ferne hörst du Trommeln,
Musik und Gesang, alles in Harmonie mit der Umgebung und dem Rauschen
des Meeres.
Du stehst auf und gehst in Richtung der fernen Trommelschläge und des Gesanges.
Du gelangst zu einer kleinen Gruppe von Menschen, welche in Andacht
versunken in dieser Abgeschiedenheit ihr Ritual vollführt. Eine ältere
Frau winkt dich zu ihr heran. Du gehst zu ihr und setzt dich vor ihr
nieder. Du sagst ihr deine Wünsche und fragst sie um Rat. Bereitwillig
gibt sie Dir Antwort. Sie lächelt dich an und deutet dir mit einem
Nicken, dass eure Begegnung beendet ist.
Du erhebst Dich und kehrst wieder zurück zu deiner stillen Meeresbucht, setzt dich wieder nieder und
lässt in Stille die Eindrücke an die Begegnung in dir abklingen und mit der dich umgebenden Kraft verschmelzen.
Sand am Meer
Ich versenke mich und begebe mich auf eine weite Reise - in eine innere
Welt. In der Schwärze meines Augenfeldes öffnet sich ein kreisrundes
Tor, durch welches mir goldenes Licht entgegenstrahlt. Ich nähere mich
diesem Tor, es wird größer und ich fühle mich körperlich gegenwärtig.
Nun trete ich durch dieses Tor und befinde mich in einer anderen Welt.
Ich befinde mich auf der Sanddüne einer fremden unbekannten Welt.
Wärmendes Licht und Stille sind ihre Kennzeichen, die ich zutiefst
empfinde. Diese Welt scheint unbewohnt zu sein. Über einige Dünen
hinweg sehe ich die glatte Oberfläche des Meeres. Kaum sind Wellen
darauf zu sehen und der Himmel spiegelt sich auf der Oberfläche des
Meeres in ungewohntem Goldorange.
Ich schreite durch den feinen, goldenen Sand, fühle, wie er meine Zehen umfließt und sanft meine Haut berührt.
Auf der Kuppe einer Düne setze ich mich hin. Ich will nicht weiter
gehen, wozu auch. Ich fühle mich in unendlicher Weite aufgehen, mich in
diese Welt hinaus fließen. Meine Füße müssen sich diese Welt nicht mehr
Schritt für Schritt erschließen. Mein Geist weitet sich in diese Welt
hinaus, wird eins mit ihr. Das Goldlicht dieser Welt durchstrahlt mich
und ich werde auch eins mit diesem Licht, das nunmehr in mir und aus
mir leuchtet.
Lange bleibe ich solcherart sitzen. Die Welt wird zu meiner Heimat und ihr Licht zum Licht meines Herzens.
Jetzt, wo ich eins mit dieser Welt bin, sie in mir trage, kann ich
wieder zurückkehren in mein irdisches Wanderdasein und sie mit mir
nehmen. Ich werde dann meine Augen öffnen, mich von Wänden umgeben
sehen und doch eine unendliche Weite in mir tragen.
Autor: Alfred Ballabene
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