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Ein
positiv denkender Mensch weigert sich nicht, das Negative zur Kenntnis
zu nehmen. Er weigert sich lediglich, sich ihm zu unterwerfen.
(Norman Vincent Peale)
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Wir
führen ständig bewusst und unbewusst innere Dialoge. Wir sprechen mit
uns selbst und instruieren uns, was wir tun und lassen sollen. Bei
Versagensangst demotivieren wir uns durch negative Selbstinstruktionen
("negative Selbsthypnose"). Bei der Behandlung von Ängsten kommt der
Veränderung von Selbstgesprächen, inneren Monologen und
Selbstinstruktionen eine große Bedeutung zu. Innerlich anders mit sich
reden können, schafft die Voraussetzung dafür, äußerlich anders handeln
zu können.
Butollo und Höfling weisen in ihrem Buch zur Behandlung
chronischer Ängste und Phobien auf das Gefühl der Kompetenz durch ein
Selbstinstruktionstraining hin:
"Nicht was man sich in diesen Augenblicken sagt ist wichtig, sondern
dass man sich etwas sagt, und dass man an die Wirkung dieser Aussagen
glaubt. Wenn man an die angstreduzierende Wirkung einer
Selbstinstruktion, einer Bewältigungsstrategie, einer Ablenkung oder
eines Stoßgebetes glaubt, tut man kognitiv etwas fundamental anderes
als sich Angst-Machen durch Zweifeln an der eigenen Kompetenz...
Letztlich scheint eine kognitive Bewältigungsstrategie die Bedeutung
der Kontrollierbarkeit der Aversivität eines Ereignisses ... zu
vermitteln. Die Kontrolle muss nicht unbedingt ausgeübt werden, um zu
beweisen, dass sie effektiv ist, sie muss nicht einmal realistisch
sein, es kann schon genügen, dass sie als effektiv bewertet wird."
Die inneren Dialoge von Angstpatienten können durch ein
Selbstinstruktionstraining gezielt verändert werden. Das
Selbstinstruktionstraining geht auf die Forschungsergebnisse und
Trainingsprogramme des kanadischen Psychologen Meichenbaum in den 70er
Jahren zurück. Selbstinstruktionsverfahren können gut mit den
verschiedenen Methoden der Angstbehandlung (Konfrontationstherapie,
Selbstsicherheitstraining) verbunden werden. Das Stressimpfungstraining
nach Meichenbaum ist ein auf Selbstinstruktionen aufgebautes Verfahren
zur Bewältigung der verschiedensten Stress- und Angstsituationen. Diese
Technik zählt zu den Methoden der kognitiven Umstrukturierung und
besteht aus vier sich zeitlich überlappenden Schritten:
1. Vorbereitung auf ein angstauslösendes Erlebnis.
Der Betroffene versucht sich zu orientieren, stellt klar, was zu tun
ist, und versichert sich der einzelnen Verhaltensmöglichkeiten ("Was
muss ich jetzt zuerst tun?", "Was genau erwartet mich jetzt?",
"Überlege Dir, was Du machen kannst. Das ist besser als ängstlich zu
werden. Was Du für Angst hältst, ist nur die Anspannung vor dem
bevorstehenden Ereignis").
2. Begegnung mit der Angstsituation und Umgang mit ihr.
Der Betroffene erinnert sich, was er angesichts einer belastenden oder
angstmachenden Situation ganz konkret tun sollte und vergegenwärtigt
sich die vorher erarbeiteten Selbstinstruktionen ("Geh in kleinen
Schritten vor!", "Lenke Dich in der Panik ab!", "Atme durch!").
3. Bewältigung des Gefühls, überwältigt zu werden.
Der Ernstfall und die drohende Panikattacke werden vorweggenommen.
Entsprechende Selbstinstruktionen dienen der Verhinderung von
Panikreaktionen ("Es ist belastend, aber aushaltbar", "Es geht bald
vorbei, wie es bisher immer der Fall war", "Konzentriere Dich jetzt
ganz auf die Umwelt", "Bewege Dich, um das Gefühl der Ohnmacht zu
überwinden").
4. Phase der Selbstverstärkung.
Verstärkende Selbstaussagen im Sinne der Selbstbelohnung sollen das
Bewältigungsverhalten aufrechterhalten. Der Patient soll sich dafür
loben, dass er sich der Angst gestellt und neue Verhaltensweisen
eintrainiert hat ("Ich habe es geschafft", "Das habe ich jetzt gut
gemacht", "Ich kann stolz sein").
Je nach der Art
der Erwartungen können verschiedene angstverstärkende
Selbstinstruktionen in Angstsituationen unterschieden werden:
Selbstinstruktionen über Situationserwartungen beziehen sich auf die
momentane Situation und deren Veränderungen, die ohne das eigene
Verhalten zu erwarten sind: "Die morgige Prüfung wird bestimmt schwer."
Selbstinstruktionen über Kompetenzerwartungen beziehen sich darauf,
inwieweit sich eine Person ein bestimmtes Verhalten zutraut (z.B. "Ich
schaffe es bestimmt nicht, in dieser Situation auszuharren", "Ich
bleibe so lange in der Situation, bis ich es vor lauter Angst nicht
mehr aushalten kann", "Das schaffe ich nie", "Ich werde kein Wort
herausbringen", "Ich werde bei der Prüfung bestimmt durchfallen") bzw.
inwieweit sie ein Gefühl der Kontrolle über ein unerwünschtes Verhalten
zu haben glaubt (z.B. "Bestimmt gerate ich außer Kontrolle", "Gleich
werde ich ohnmächtig", "Wenn die Panik kommt, muss ich sofort weg von
hier", "Wenn das Herz wieder zu rasen beginnt, halte ich das nicht mehr
lange aus", "Ich werde bestimmt rot", "Gleich werde ich wieder
stottern").
Selbstinstruktionen über Folgeerwartungen haben das eigene Verhalten
und seine Folgen und Auswirkungen zum Inhalt (z.B. "Wenn ich nicht
rechtzeitig aus der Angstsituation flüchten kann, wird mir etwas
passieren", "Wenn ich zittere oder rot werde, bin ich bei den anderen
erledigt", "Die anderen merken, dass ich rot werde", "Wenn ich jetzt
versage, werde ich diese Situation nie mehr aufsuchen").
Zahlreiche Anregungen für hilfreiche Selbstinstruktionen finden Sie in
den Büchern "Umarme Deine Angst" von Kaestele und "Angst, Panik und
Phobien. Ein Selbsthilfeprogramm" von Peurifoy, aus denen verschiedene
der folgenden Übungen stammen.
Positive Selbstinstruktionen
Aus dem Sport ist bekannt, dass bereits vor dem Aufgeben und dem
tatsächlichen Versagen die Selbstgespräche kippen in die Richtung: "Das
schaffe ich nicht." Psychologische Trainingsmethoden im Spitzensport
zielen darauf ab, den Kampf um das Durchhalten über positive
Selbstgespräche zu stärken. Dabei werden nicht unrealistische Ziele
angepeilt, sondern realistische Leistungsmöglichkeiten vergegenwärtigt.
Wenn Sie angesichts einer bestimmten Situation Angst haben und mit
Problemen rechnen, heißt dies noch lange nicht, dass eine Katastrophe
eintreten muss. Positives Denken bedeutet nicht unbedingt, einen
problemlosen Ausgang zu erwarten, sondern sich mögliche Probleme als
bewältigbar vorstellen zu können. Statt "Es wird schon nichts
passieren" lautet das Motto "Was auch immer passiert, ich werde damit
zurechtkommen", statt "Ich habe keine Angst" sagen Sie sich "Diese
Angst kann ich ertragen". Das positive Denken, wie es üblicherweise
verstanden wird, birgt die Gefahr in sich, die negativen Aspekte des
Lebens zu leugnen und nicht ausreichend darauf vorzubereiten.
Positive Selbstinstruktionen werden unter verschiedenen Bezeichnungen eingesetzt:
- als sog. "Affirmationen" (Selbstbestärkungen),
- als "formelhafte Vorsatzbildungen" im autogenen Training,
- als "Selbstsuggestionen" im Bereich der Selbsthypnose.
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Positive Selbstinstruktionen sollten nach folgenden Richtlinien gestaltet werden:
- kurze, einfache und prägnante Sätze ("Ich schaffe das");
- konkrete und klare Aussagen ("Ich trete morgen auf jeden Fall zur Prüfung
an");
- positive
Formulierungen (z.B. "Ich kann in Geschäften ruhig und sicher
umhergehen" statt "Ich habe in Geschäften keine Angst mehr");
- immer
in der Gegenwart formuliert, und zwar möglichst so, als sei das
gewünschte Verhalten bereits eingetreten ("Ich bin ganz ruhig und
entspannt", "Ich atme ruhig und gleichmäßig", "Ich kann die Angst
aushalten").
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Mit Hilfe der Spaltentechnik können Sie Ihre angstmachenden Gedanken
und negativen Selbstgespräche analysieren, in positive
Selbstinstruktionen umformen und sich innerlich vorsagen lernen. Jede
positive Selbstaussage stärkt Ihre Selbstsicherheit, jede ängstliche
Selbstinstruktion schwächt Ihre Handlungsfähigkeit.
Spaltentechnik: Negative und positive Selbstinstruktionen
| Symptom |
Negative Selbstinstruktion |
Positive Selbstinstruktion |
| Schwindel |
Ich werde ohnmächtig. |
Wenn der Blutdruck steigt, bleibe ich sicher bei Bewusstsein. |
| Herzrasen |
Gleich bekomme ich einen Herzinfarkt und sterbe. |
Eine Panikattacke überlebt man immer. Ich habe sie bisher auch
immer überstanden. |
| Atemnot |
Ich muss grauenvoll ersticken. |
Ich atme zuerst langsam und vollständig durch den Mund aus und
dann langsam durch die Nase ein. |
| Zittern |
Alle werden auf mich schauen. |
Bisher habe ich noch immer alles unauffällig geschafft. |
| Ohnmacht |
Ich liege da und keiner hilft mir. |
Ich komme ganz von allein wieder zu mir. |
| Unwirklichkeit |
Gleich werde ich verrückt |
Ich fühle mich anders und bin dabei trotzdem normal. |
| Prüfungsangst |
ch werde bestimmt versagen. |
Ich probiere es auf jeden Fall,
vielleicht geht es doch gut.
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| Angst vor Leuten |
Alle werden mich ablehnen. |
Ich möchte mich trotzdem so geben wie ich mich fühle. |
| Zittern |
Jeder wird meine Unsicherheit bemerken. |
Alle Zuschauer haben auch Probleme, nur andere als ich. |
| Sprechhemmung |
Ich werde bestimmt stottern. |
Lieber spontan, echt und gesellig als schweigsam, verstellend und
einsam. |
| Unsicherheit |
Jeder wird meine Unsicherheit bemerken. |
Lieber unsicher handeln als sicher schweigen. |
| Angst vor Kritik |
Bestimmt werden mich einige kritisieren. |
Ich gehe meinen Weg. Irgendjemand wird mich immer kritisieren,
egal was ich tue. |
| Kontaktangst gegenüber dem anderen Geschlecht |
Mit mir wird bestimmt keine Frau längere Zeit reden wollen. |
Für den Anfang reicht es, dass ich eine Frau 10 Minuten lang in
ein Gespräch verwickeln kann. |
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Die wichtigsten Selbstinstruktionen können Sie auf ein kleines
Kärtchen schreiben, stets bei sich tragen und bei Bedarf vorher
durchlesen. Die positiven Selbstinstruktionen sollten Sie auch im
Rahmen von Entspannungsübungen gleichsam tief in Ihrem Unterbewusstsein
verankern. Ein in "guten Tagen" selbst besprochenes Tonband oder
bereitliegendes Tagebuch mit Ihren ermutigenden Selbstsuggestionen kann
Ihnen gute Dienste leisten in "schlechten Tagen". Sie werden dadurch
wieder an die positiven Kräfte in Ihnen erinnert.
Entscheiden Sie sich nach einigem Herumprobieren für einige wenige,
besonders passende Affirmationen, die Sie sich täglich innerlich
mehrfach vorsagen, vielleicht sogar auch laut aussprechen, um dadurch
Ihre Kraft und Energie zu spüren. Sie können diese Sätze eingebettet in
einen umfassenderen Text auch auf Tonband sprechen, mit Musik
untermalen und täglich in einem Entspannungszustand anhören. Auf diese
Weise erstellen Sie sich Ihre eigene individuelle Kassette "Mentale
Angstbewältigung", wie Sie derartige Produkte in recht allgemein
formulierter Weise zu kaufen bekommen.
Sie können einen passenden Satz auch im Sinne einer formelhaften
Vorsatzbildung während des autogenen Trainings verwenden.
Die folgenden Beispiele dienen als Anregung zur Entwicklung positiver
Selbstinstruktionen in Angstsituationen bzw. zur Stärkung vor
Angstsituationen:
-
Ich kann überall hingehen trotz meiner Angst vor Ohnmacht.
-
Ich habe einen mutigen Teil in mir, den ich durch jedes mutige Verhalten stärke.
-
Ich vertraue auf mich und kann Neues erleben.
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Ich schaffe, was ich mir vornehme.
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Was mir wirklich wichtig ist, erreiche ich bestimmt.
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Ich nehme meine Angst an und begegne mutig meinen Angstsymptomen.
-
Ich kann mich auf andere Menschen einlassen trotz meiner Angst.
-
Ich kann Angst haben und meine Sachen trotzdem erfolgreich erledigen.
-
Ich habe Angst, aber es wird trotzdem alles gut gehen.
-
Angst ist nicht gefährlich - nur unangenehm. Ich habe sie schon oft ausgehalten.
-
Meine Angst ist nur ein Adrenalinschub, und der ist bald vorbei.
-
Meine Angstreaktionen sind alte Gewohnheitsmuster. Ich werde sie bald los sein.
-
Ich tue alles, was mir wichtig ist, wenn es sein muss, auch mit Angstgefühlen.
-
Mein Motto lautet: "Alles mit der Angst, nichts gegen die Angst".
-
Meine Angst zeigt, dass mir die Sache wichtig ist, ich tue, was ich kann.
-
Ich kann die Angst nicht verhindern, ich kann ihr aber widerstehen.
-
Ich mache etwas nicht gerne allein, aber ich kann es.
-
Ich darf so sein wie ich bin. Ich darf auch schwach sein.
-
Angst macht mich gefühlvoll und menschlich.
-
Meine Schwächen machen mich menschlich und liebenswert.
-
Ich mag mich, auch wenn ich mich ängstlich und hilflos fühle.
-
Ich akzeptiere mich im Moment so wie ich bin, egal wie viel Angst ich habe.
-
Die anderen mögen mich auch dann, wenn ich Angst habe.
-
Wenn ich durch Zittern, Schwitzen usw. auffalle, sehen die anderen wenigstens, dass ich mir nichts einbilde.
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Alternative Selbstinstruktionen
Menschen mit Ängsten rechnen in jeder Situation gleich mit dem
Schlimmsten. Tatsächlich sind jedoch mindestens drei
Möglichkeiten gegeben:
-
ein negativer Ausgang (das Allerschlimmste, die Katastrophe),
-
ein positiver Ausgang (das Allerbeste, die Wunschlösung),
-
ein erträglicher Ausgang (belastend, jedoch aushaltbar).
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Spaltentechnik: Alternative Selbstinstruktionen
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Das Allerschlimmste
(Die Katastrophe)
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Erträglicher Ausgang
(Erleichterungsaussagen)
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Das Allerbeste
(Positive Selbstinstruktion)
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Mein Herz beginnt zu rasen.
Ich bekomme einen Herzinfarkt.
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Das Herzrasen ist lästig, in drei
Minuten lässt es jedoch nach.
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Mein Herz ist gesund und schlägt ruhig. |
| Diese Prüfung schaffe ich nie. |
Wenn ich durchfalle, schaffe ich es beim zweiten Mal. |
Ich habe soviel gelernt, dass ich die Prüfung bestimmt schaffe.
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| Gleich falle ich ohnmächtig um. |
Mir wird schwindlig, vielleicht falle ich auf, aber ich bleibe
stehen. |
Ich bewege mich kräftig, atme tief durch und fühle mich wohl. |
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Negative Selbstinstruktionen in einen positiven Kontext einbetten
Angstgedanken sind häufig strukturiert nach dem "Wenn-dann-Muster",
z.B. "Wenn ich mit dem Bus fahre, dann wird mir übel werden." Für
bestimmte Situationen werden spezifische, belastende Reaktionen
vorhergesagt, die im Sinne einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung
tatsächlich einzutreten drohen.
Diese starr und automatisch ablaufenden negativen Gedanken lassen sich
durch direktes Ankämpfen dagegen oft nicht überwinden, so dass es
besser erscheint, sie anzunehmen und durch neue Gedankenverknüpfungen
zu entschärfen, und zwar durch solche, die einen bewältigbaren Fortgang
der befürchteten Ereignisse enthalten.
Spaltentechnik: Verknüpfung mit neuen Gedanken
| Wenn-dann |
Verknüpfung (und, aber) |
neuer Gedanke |
| Wenn ich vor Leuten reden muss, dann werde ich zittern, |
und |
ich werde mich kräftig bewegen, damit es nicht so auffällt. |
| Wenn ich allein auf der Straße gehe, dann wird mir schwindlig, |
und |
ich atme tief durch die Nase ein, so dass ich Sauerstoff bekomme. |
| Wenn ich mit anderen in einem Lokal sitze, dann halte ich es
nicht lange aus, |
und |
ich gehe kurz hinaus und komme dann wieder auf meinen Platz
zurück. |
| Wenn mein Mann nicht rechtzeitig nach Hause kommt, dann könnte
ihm etwas passiert sein, |
und |
ich weiß, dass dies immer mein erster Gedanke ist, bis ich mich
beruhige. |
| Wenn ich mit dem Bus fahre, dann wird mir übel, |
und |
ich atme durch die Nase tief ein, stehe auf und öffne ein
Fenster. |
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Selbstinstruktion als Entscheidungsdialog
Wählen und entscheiden können sind zentrale Merkmale menschlicher
Freiheit. "Die Freiheit beginnt bei drei Möglichkeiten", heißt es im
NLP. Jeder Zwang, etwas tun zu müssen, und jedes Ohnmachtsgefühl,
nichts anderes tun zu können bzw. zu dürfen, beeinträchtigt die
Lebensqualität. Analysieren Sie, wie sehr Sie sich bereits durch Ihre
Sprache in Ihren Handlungsmöglichkeiten einengen, und entwickeln Sie
Sprachmuster, die Ihren Handlungsspielraum und Ihre
Entscheidungskompetenz betonen.
Sie müssen selbst im Rahmen einer Psychotherapie nicht alle Ängste
überwinden. Sie können frei entscheiden, bestimmte Ängste lieber zu
behalten, als den Aufwand zu ertragen, der zu deren Beseitigung
erforderlich ist. Wenn Sie sich jedoch entschlossen haben, alle Ängste
zu überwinden, die Ihre Bewegungsfreiheit einengen, sollten Sie Ihre
alten Sprachmuster, die nur Angst- und Ohnmachtgefühle erzeugen (z.B.
"Dieses Herzrasen ist nicht zu ertragen"), durch neue
Selbstinstruktionen ersetzen, die Ihre Freiheit und Risikobereitschaft
betonen (z.B. "Ich entscheide mich dafür, die gefürchtete Situation
trotz Herzrasen auszuhalten").
Handlungseinengende und handlungserweiternde Sprechweise
Handlungseinengende Sprechweise
(Zwänge: "müssen", "nicht anders können")
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Handlungserweiterende Sprechweise
(Freiheit: "entscheiden", "lieber tun
wollen")
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| Ich kann nicht mit dem Bus fahren. |
Ich möchte jetzt noch nicht Busfahren lernen. |
| Ich muss im Kino immer am Rand einer Reihe sitzen. |
Ich entscheide mich, heute im Kino in der Mitte einer Reihe zu
sitzen. |
| Ich muss den Raum verlassen, wenn ich meine Angstzustände
bekomme. |
Ich kann es einmal versuchen, alle körperlichen Zustände vor
anderen Leuten zuzulassen. |
| Ich kann keine unbekannten Personen des anderen Geschlechts
ansprechen. |
Aus Angst vor Ablehnung entscheide ich mich, vorläufig noch
keine unbekannten Personen des anderen Geschlechts anzusprechen. |
| Aus Angst vor einem Ohmachtsanfall kann ich nicht alleine
unterwegs sein. |
Ich probiere es heute, allein fortzugehen, auch wenn ich dabei
ohnmächtig umfallen sollte. |
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Autor:
Dr.Hans Morschitzky
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