Angst, Aufregung, Stress, Ekel, Trauer und Depressionen bewirken häufig
ein Fremdkörper- und Engegefühl im Rachen. Es entsteht ein Würgegefühl
und ein Schluckzwang
Angst, Aufregung, Stress, Ekel, Trauer und Depressionen bewirken häufig
ein Fremdkörper- und Engegefühl im Rachen. Es entsteht ein Würgegefühl
und ein Schluckzwang, wie wenn man einen im Rachen steckenden
Fremdkörper (Globus = Kugel, Ball) schlucken sollte, der sich jedoch
trotz Schluckens nicht von der Stelle bewegt. Der Schluckakt ist im
Gegensatz zu einer Schluckstörung nicht beeinträchtigt.
Das Globusgefühl kann folgende Empfindungen umfassen: Kloß im Hals,
Fremdkörpergefühl, Kratzen, Brennen, Trockenheitsgefühl, Schleimgefühl,
Räusperzwang, Schluckzwang, Schmerzen im Hals, die gelegentlich bis zu
den Ohren ausstrahlen, im Extremfall ein Zuschnüren der Kehle, das als
angstmachendes Erstickungsgefühl erlebt wird. Das Zuschnüren der Kehle
ist ein typisches Angstsymptom. Bei bestimmten Panikpatienten beginnt
die Attacke mit einem Globusgefühl, das zu einer Erstickungsangst und
erst infolgedessen zu massivem Herzrasen führt. Das Globusgefühl beruht
auf einer angst- und Stressbedingten Krampfneigung der Muskulatur des
Speiseröhrenmundes.
Ein weiteres nicht-organisches Globusgefühl entsteht durch
Verspannungen der Schluck- und Halsmuskulatur, bedingt durch extreme
körperliche Belastung, aber auch durch extremes Zurückbeugen des Kopfes
(z.B. beim Zahnarzt) und der damit verbundenen Überdehnung der
Halsmuskulatur. Verschiedene Angstpatienten fürchten den Zahnarzt
gerade wegen dieses Globusgefühls. Sie haben Angst, etwas zu
verschlucken und dabei zu ersticken. Die Angst vor dem Verschlucken und
dem darauffolgenden Ersticken stellt eine gar nicht so seltene
spezifische Phobie (Verletzungsphobie) dar.
Ein psychogen bedingtes Globusgefühl kann durch Trinken und Essen
leicht beseitigt werden, während beim Leerschlucken keine Erschlaffung
der Muskelspannung des Speiseröhreneinganges erfolgt. Angstpatienten
führen deshalb nicht selten eine Flasche mit einem Getränk mit sich,
das die Verspannung ebenso rasch beseitigt wie die oft gleichzeitig
gegebene Mundtrockenheit.
Laut Psychoanalyse symbolisiert ein Globusgefühl bestimmte
"Schluckprobleme". Man schluckt ein Problem hinunter und würgt daran.
Als Konversionssymptom wurde das Globusgefühl deshalb früher auch
"Globus hystericus" genannt.
Autor:
Dr.Hans Morschitzky
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