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Videoprojekt zum Thema Angststörungen im Jugendalter
14.05.2013

Videoprojekt zum Thema Angststörungen im Jugendalter – TeilnehmerInnen gesucht

Angst ist eine lebensnotwendige Reaktion auf bedrohliche Situationen und damit ein wichtiger Bestandteil des Gefühlslebens. Aber was passiert, wenn aus der angemessenen Angst eine krankhafte Angst wird?

Die Symptome starker Angst sind vielfältig und reichen von Schwindel, Erstickungsgefühlen und Herzklopfen bis hin zu Panikreaktionen und Sterbensängsten. Treten diese Symptome häufig und ohne angemessenen Auslöser auf, spricht man von einer Angststörung. Häufige Folgen sind Vermeidungsverhalten, sozialer Rückzug und Angst vor der Angst. Dieser Teufelskreis ist ohne professionelle Hilfe kaum zu durchbrechen. Unbehandelte Ängste führen zu tiefgreifenden Störungen der Persönlichkeitsentwicklung.

In diesem Filmprojekt geht es um Angststörungen im Jugendalter. Gesucht werden Jungen und Mädchen zwischen 14 und 21 Jahren (in Ausnahmefällen auch etwas jünger oder älter), die an einer Angststörung leiden und darüber berichten möchten. Wie sehen eure Ängste aus, was erlebt ihr dann? Welche Folgen haben diese Ängste in eurem Alltag? Wie gut kennt ihr eure Störung? Welche Hilfe bekommt ihr? Wie versucht ihr, mit diesen Ängsten umzugehen? Welche Auswege gibt es? Diesen und vielen weiteren Fragen wird dieses Projekt nachspüren. Der Film bietet Betroffenen die Möglichkeit, sensibel und einfühlsam begleitet sich selbst unzensiert und unkommentiert zu thematisieren. Es geht darum, das Thema aus der Sicht von Betroffenen zu zeigen, subjektiv und selbstbestimmt.

Die Suche nach Interessierten findet schwerpunktmäßig in Nordrhein-Westfalen und den Nachbarregionen statt. In Ausnahmefällen ist auch eine überregionale Teilnahme möglich.

Interessenten können sich direkt an den Projektleiter vom Medienprojekt Wuppertal Christoph Müller wenden:
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Weitere Infos:

Medienprojekt Wuppertal
Jugendvideoproduktion und -vertrieb

Hofaue 59, 42103 Wuppertal
Fon: 0202-563 26 47
Fax: 0202-446 86 91

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www.medienprojekt-wuppertal.de

 

                

 
Filmprojekt_Wuppertal

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 
           



 
Online-Studie

15.04.2013

Umgang von Eltern mit der Zwangserkrankung ihres Kindes

Im Rahmen einer psychologischen Forschungsarbeit an der Universität Trier werden familiäre Einflussfaktoren von Zwangserkrankungen im Kindes- und Jugendalter untersucht. Genauer soll herausgefunden werden, inwiefern Eltern von zwangskranken Kindern in die Zwänge ihres Kindes involviert werden und wie dies mit der Wahrnehmung ihrer Rolle als Eltern zusammenhängt. Diese Ergebnisse werden mit dem wahrgenommenen Stress der Eltern und verschiedenen Eigenschaften der Zwangserkrankung des Kindes in Zusammenhang gebracht.

Durch Ihre Teilnahme an der Studie leisten Sie einen erheblichen Beitrag zur weiteren Erforschung von Zwangserkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Für diese Forschungsarbeit sind Ihr Umgang und Ihre Erfahrung als Eltern mit der Erkankung Ihres Kindes sehr wichtig. Die Erkenntnisse können genutzt werden, um die Therapieangebote zur Behandlung von Zwangserkrankungen und Unterstützungsangebote für Eltern zielgenau und optimiert einzusetzen und ggf. zu verbessern.

Teilnehmer: Für die Online-Studie werden Eltern (Mutter oder Vater) gesucht, die ein Kind mit Zwangserkrankung haben, das zwischen 6 und 18 J. alt ist.

Zeitaufwand: Das Ausfüllen dauert ca. 30-35 Min.

Gewinnspiel & Rückmeldung: Es werden 5 Amazon-Gutscheine im Wert von je 10 Euro verlost. Die Ergebnisse meiner Arbeit stelle ich Ihnen bei Interesse sehr gerne zur Verfügung.

Herzlichen Dank für Ihre Teilnahme!
Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an
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Zum Online-Fragebogen gelangen Sie hier: http://www.unipark.de/uc/uni-trier/maweb/?a=1(bis 31. Juli 2013 online)

Sandra Weber, B.Sc.-Psychologin, Universität Trier

FB I - Psychologie
Universität Trier
54296 Trier

 


 
Psychologen der RUB helfen, Ängste zu überwinden

14.03.2013

Evaluationsstudie mit psychotherapeutischem Behandlungsangebot

Erhebliche Verbesserungen bei vielen der bisherigen Teilnehmer

Plötzlich auftretende panikartige Ängste, Ängste davor, allein aus dem Haus zu gehen, sich in einer Menschenmenge zu befinden oder öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, sind in der Bevölkerung gleichermaßen verbreitet wie Ängste vor Tieren, Flugreisen, Höhen, Zahnarztbesuchen, Wasser, Dunkelheit oder Stürmen. Im Rahmen einer Forschungskooperation mit der TU Braunschweig und der Zahnklinik Bochum wird am Zentrum für Psychotherapie der Ruhr-Universität Bochum seit anderthalb Jahren die Effektivität einer Kurzzeitpsychotherapie zur Überwindung entsprechender Ängste untersucht. Bei den meisten Menschen, die bislang an der Untersuchung teilgenommen haben, stellte sich binnen kurzer Zeit eine Verbesserung ein. Für die Studie werden weitere Teilnehmer gesucht.

Etwa 200 Patienten bislang

Bislang wurden in den drei Behandlungszentren knapp 200 Patienten in die Studie aufgenommen. Neben einer großen Zahl an Patienten, die sich am Therapiezentrum für Zahnbehandlungsangst wegen spezifischen Zahnarztängsten haben behandeln lassen, wurde die Behandlung am Zentrum für Psychotherapie vor allem wegen Panikanfällen, Höhen-, Spinnen- und Flugängsten aufgesucht. Ein nicht unbeträchtlicher Anteil der Patienten kam zudem wegen Ängsten vor dem Autofahren, Ängsten vor Wasser und phobischen Ängsten davor sich übergeben zu müssen.

Hilfe innerhalb kürzester Zeit

Bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten kam es im Rahmen der Behandlung zu einer vollständigen oder weitreichenden Verbesserung der Symptomatik – und dies zum Teil innerhalb einer sehr kurzen Behandlungsdauer. Menschen, die unter Angstanfällen, Ängsten vor Angstanfällen oder spezifischen Ängsten leiden, können sich unter der Telefonnummer 0234-3228168 weiterhin über das Behandlungsangebot informieren und einen Termin für ein erstes Informationsgespräch vereinbaren.

Redaktion

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Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Dr. Tobias Teismann, Zentrum für Psychotherapie der RUB, Massenbergstraße 11, 44787 Bochum, Tel. 0234-3227787
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Die neue daz ist da - Heft Nr. 61!

28.02.2013


Die neue daz ist da!

Die daz ist die erste deutschsprachige Zeitschrift zum Themenkreis Angst und Angststörungen.

Das Schwerpunktthema des aktuellen Heftes (Nr. 61) lautet:

Angst und Aggression

daz61

Angst und Aggression haben irgendwie miteinander zu tun, schon klar – aber wie genau? Das ist gerade Menschen mit einer Angststörung oft nicht so ganz bewusst. Ihre Angst ist für sie das alles beherrschende Problem. Dass es neben ihr noch andere Gefühle gibt – positive wie Freude, Liebe, Zuversicht und negative wie Trauer, Wut, Neid usw. – das können sie in der akuten Phase ihrer Erkrankung meist gar nicht mehr spüren.

Angst als Symptom kann die Funktion haben, aufgestaute Wut und Aggressivität nicht spürbar werden zu lassen. Zum andern können Ängste auch mit aggressivem Verhalten „bewältigt“ bzw. überspielt werden. Und natürlich lösen aggressive Gewalt und andere destruktive Formen der Aggression bei den Opfern Ängste bis hin zu massiven Traumata aus.

Außerdem in diesem Heft:
- Schematherapie – eine Weiterentwicklung der Verhaltenstherapie

- Neue Erkenntnisse zur Entstehung von Ängsten im Gehirn Pflanzliche Heilmittel bei Angst und Depression?

- Betroffenenbericht: Meine Angst … mein Weg

Noch mehr über die daz und wie sie bezogen werden kann unter www.daz-zeitschrift.de

 

 

              

 


 
Psychotherapie wirkt bei Panikstörung
21.01.2013

 

Eine Studie an der Universität Marburg weist Therapieerfolge von kognitiver Verhaltenstherapie bei Patienten mit Panikstörung nach.

Die weltweit größte Studie untersuchte im Zusammenhang mit Panikstörungen den Einfluss von Psychotherapien auf Prozesse im Gehirn. Dabei zeigte sich, dass bestimmte Teile des Gehirns hier eine besondere Rolle spielen. Bei Panikstörungen wurde eine Hyperaktivierung des sogenannten "linken inferior frontalen Kortex" im Vergleich zu Gesunden festgestellt. Nach der Teilnahme an einer kognitiven Verhaltenstherapie hätte sich diese jedoch auf das Normal-Niveau reguliert.

Weiterführende Informationen:

http://www.uni-marburg.de/aktuelles/news/2013a/panikstoerung

Kircher T, Arolt V, Jansen A, Pyka M, Reinhardt I, Kellermann T, Konrad C, Lueken U, Gloster AT, Gerlach AL, Ströhle A, Wittmann A, Pfleiderer B, Wittchen HU, Straube B.   Effect of cognitive-behavioral therapy on neural correlates of fear conditioning in panic disorder. Biol Psychiatry. 2013 Jan 1;73(1):93-101.

 

     
                                                                 
 
                                                                                                                                                                      



 
Fortbildung für Gruppenleiter der Angstselbsthilfe
11.01.2013

Die Deutsche und Münchner Angstselbsthilfe bieten dieses Jahr für Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter von Angstselbsthilfegruppen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wieder eine Fortbildung an.

Seit vielen Jahren bietet die Münchner Angstselbsthilfe für potenzielle neue Gruppenleiter eine eigene Gruppenleiterschulung an. Deren bewährte Inhalte haben Modellcharakter und werden deshalb von der Deutschen Angstselbsthilfe in einer komprimierten Version für den deutschsprachigen Raum als Fortbildung angeboten. 

Neben vorgegebenen inhaltlichen Schwerpunkten, wie dem Rollenverständnis der Gruppenleiter, Grundlagen Themenzentrierter Interaktion und der Abgrenzung von Angststörungen, werden auch aktuelle Themen der teilnehmenden Gruppenleiter aufgenommen und diskutiert.

Die Fortbildung findet Freitag den 8. Februar von 18-21 Uhr und am 9. Februar von 10-18 Uhr in München statt und kostet 35 Euro Unkostenbeitrag (Anreise, Übernachtung und Verpflegung nicht inklusive).

Sie haben noch bis 18. Januar die Möglichkeit sich anzumelden!


Für nähere Informationen und Anmeldung wenden Sie sich bitte an:

Deutsche Angstselbsthilfe
Ansprechpartner: Christian Zottl
Bayerstr. 77a
80335 München
Tel: 089/515553-0
Mail: info(at)angstselbsthilfe.de

 

                                                                                                                               
      FOBI2013          
                                                                                                                                                                      



 
Gemeinsam gegen die Angst - die neue daz ist da!

08.01.2013


Die druckfrische Ausgabe der daz (Deutsche Angst-Zeitschrift), Heft Nr. 60 ist erschienen!

Das Schwerpunktthema des neuen Hefts lautet "Selbthilfegruppen - gemeinsam gegen die Angst".

daz60

 

Diesmal geht es im Schwerpunkt, wie der Titel schon sagt, um die Arbeit von Angst-Selbsthilfegruppen. Zu diesem Thema äußern sich auf den Seiten 4-15 die hauseigenen Experten und Expertinnen der Münchner Angstselbsthilfe (MASH) und der Deutschen Angstelbsthilfe (DASH).

 

Außerdem:

- Neue Konzepte des Verbandes der Selbsthilfe Soziale Phobie und Schüchternheit (VSSPS)

- Texte und Gedichte von Betroffenen

 

 

Noch mehr über die daz und wie sie bezogen werden kann unter www.daz-zeitschrift.de

 

 

                                                      

 


 
Wenn die Angst vor anderen Menschen zum Problem wird...
03.12.2012

Psychologen testen verschiedene Therapien für Jugendliche mit sozialen Phobien

 

"Ich werde knallrot und fange an zu stammeln, wenn die Lehrerin mich etwas fragt. Am liebsten würde ich im Erdboden versinken." Was diese Sechzehnjährige beschreibt, erleben viele Heranwachsende.

 

„Ungefähr fünf bis zehn Prozent aller Jugendlichen erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Sozialen Phobie. Damit ist sie eine der häufigsten psychischen Erkrankungen im Jugend- und jungen Erwachsenenalter. Häufig beginnt die Störung in der frühen Jugend. Je früher der Beginn, desto wahrscheinlicher ist ein chronischer Verlauf bis ins Erwachsenenalter“, erläutert die Projektleiterin in München Frau Prof. Dr. Rita Rosner.

 

Betroffene Jugendliche fürchten besonders, dass sie in bestimmten Situationen ein demütigendes oder peinliches Verhalten zeigen könnten. Sie leiden z.B. unter:

 

Angst vor mündlichem Ausfragen in der Schule

Angst davor, Referate zu halten

Angst, laut vorzulesen

Angst allgemein vor Situationen, in denen man im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht

Angst davor, rot zu werden

Angst, etwas Blödes zu sagen

Angst, ausgelacht zu werden

Angst, in der Gegenwart anderer zu zittern oder zu schwitzen.

 



 

                                                                                                                               
 
                                                                                                                                              sophoyou
                                                                

Sie versuchen deshalb Situationen zu vermeiden, in denen sie anderen, insbesondere ihnen nicht bekannten Menschen, begegnen müssen oder durchleben sie nur unter erheblicher Belastung. Aus diesem Grund werden sogar altersangemessene soziale Aktivitäten – wie Partys, Gespräche im Pausenhof, die Teilnahme an einem Sportverein oder Smalltalk mit Gleichaltrigen – zu fast unüberwindbaren Herausforderungen. Hinzu kommen oft starke Angstreaktionen in Prüfungssituationen und ein schulischer Leistungsabfall (schlechtere Noten trotz intensiver Vorbereitung).

 

Um ihre Angst zu verbergen, eignen sich Jugendliche verschiedene Strategien an, die von Psychologen als „Sicherheitsverhalten“ bezeichnet werden. Es kann sich darin zeigen, dass sie z.B. Blickkontakt vermeiden, ihre Kleidung immer wieder überprüfen, ihr Baseballcap tief ins Gesicht ziehen oder ihre Haare ins Gesicht fallen lassen.

 

Das Vermeidungsverhalten kann sich bis hin zu einer Schulverweigerung steigern. Untersuchungen haben gezeigt, dass Jugendliche mit extremen Ängsten ein höheres Risiko dafür zeigen, die Schule früher abzubrechen. „Die Störung beeinflusst deutlich die soziale und emotionale Entwicklung. Jugendliche mit einer sozialen Phobie weisen in Folge häufig verminderte Lebensqualität und Folgeprobleme auf, wie z.B. Einsamkeit und Isolation oder eine unterqualifizierte Tätigkeit im späteren Beruf“, sagt die Diplom-Psychologin Ildiko Kunze, die an einer Vergleichsstudie mitarbeitet. Außerdem haben die Jugendlichen Schwierigkeiten, Freundschaften aufzubauen oder später beruflichen Erfolg zu haben.

 

„Die gute Nachricht ist, dass soziale Phobien erfolgreich behandelt werden können“, so Frau Prof. Rosner. Dennoch gab es bislang nur sehr wenige Behandlungsstudien bei Jugendlichen mit Sozialer Phobie in Deutschland, welche die Wirksamkeit psychotherapeutischer Therapien untersuchen. Aus diesem Grund wird nun im Rahmen einer großangelegten multizentrischen Therapieforschungsstudie u.a. an den beiden Münchner Universitäten LMU und TU ein Wirksamkeitsvergleich von zwei in der Praxis häufig eingesetzten Therapieverfahren durchgeführt: der kognitiven Verhaltenstherapie und der psychodynamischen Kurzzeittherapie. Das Ziel dieser Vergleichsstudie ist es, herauszufinden, ob für bestimmte Personen bzw. Symptom-Zusammensetzungen das eine Verfahren mehr geeignet ist als das andere.

 

Noch Teilnehmer gesucht!

Um diese neuen Ansätze bei Jugendlichen zu testen, sucht das Wissenschaftlerteam in München noch jugendliche Studienteilnehmer im Alter zwischen 14 und 20 Jahren mit Sozialer Phobie. Die Behandlung ist als Einzeltherapie angelegt und umfasst, nach einer Phase der Eingangsdiagnostik, 25 Therapiesitzungen. Nach Beendigung der Therapie erfolgen jeweils nach 6 und 12 Monaten Nachfolge-Untersuchungen. Weitere Städte, in denen die Studie läuft, sind Göttingen, Frankfurt und Heidelberg.

 

Nähere Informationen erteilt:

Dr. Johanna Unterhitzenberger

Psychotherapeutische Hochschulambulanz

Telefon: 01578 78 37 095

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Homepage: www.sophoyou-muenchen.de



 
Lesung bei der MASH
15.11.2012

Buchvorstellung und Vortrag/Lesung:

„Hasenherz und Sorgenketten. Mein Leben mit der Angst“
mit Beate Felten-Leidel.

Ein persönlicher „Erfahrungsbericht“ über das Leben mit Ängstlichkeit, Angststörungen und Hochsensibilität.

Dienstag, 4. Dezember 2012, 19 Uhr

Ort: Münchner Angst-Selbsthilfe (MASH), Bayerstraße 77a, Rückgebäude, 2. Stock

Beate Felten-Leidel ist freie Literarische Übersetzerin und Schriftstellerin und lebt in Köln. Ängstlichkeit und Angststörungen sind ihr seit ihrer Kindheit aus eigener Erfahrung vertraut.

„Ich hoffe, dass meine persönlichen Erfahrungen und Lösungsstrategien auch anderen dabei helfen können, ihren Ängsten ins Gesicht zu blicken, sich besser in ihrer inneren Welt einzurichten, Auswege aus ihrem Angsterleben zu finden.“

„Hasenherz und Sorgenketten“ ist auch ein kleines Plädoyer für die Ängstlichkeit. Ängstliche und hochsensible Menschen, die sich ihrer „Schwäche“ schämen und unter ihrer Dünnhäutigkeit leiden, werden sich darin ebenso wiederfinden wie die Opfer von Angsterkrankungen und Panikattacken, die nicht wissen, wie sie ihre Probleme angehen sollen. Viele Ängste kann man lindern und einige sogar loswerden.

Veranstalter: MASH – Münchner Angst-Selbsthilfe

(unterstützt von Bayern liest e.V.)

Eintritt: 5,00 Euro, ermäßigt 3,00 Euro

(frei für MASH-Gruppenmitglieder und Fördermitglieder der Angsthilfe e.V.)

Um Voranmeldung wird gebeten unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Beate Felten-Leidel ist am Samstag, den 17.11.2012 auch in der ZDF-Sendung „Menschen – Das Magazin“ in einem Beitrag zum Thema „Ängste überwinden“ zu sehen:

http://menschen.zdf.de/ZDF/zdfportal/programdata/678a15b0-9776-3996-9d56-49ce8a03c5cf/20071164

 

                                                                                                                               
 Hasenherz_und_Sorgenkette
             



 
Die neue daz ist da!

28.09.2012


Die neue Ausgabe der daz (Deutsche Angst-Zeitschrift), Heft Nr. 59 ist erschienen!

Das Schwerpunktthema des neuen Hefts lautet "Perfektionismus".

daz59kl

 

Im Schwerpunkt geht es diesmal um das Thema Perfektionismus – die positiven und negativen Seiten dieser Charaktereigenschaft und warum Perfektionisten unter Umständen besonders gefährdet sind, an einer Angststörung zu erkranken.

 

Außerdem:

- Betroffenen-Porträts und Erfahrungsberichte

- Interview mit der „Mut-Therapeutin“ Alexandra Reiners

- Frage-Ecke: Angstattacken durch Antibiotika?

 

Noch mehr über die daz und wie sie bezogen werden kann unter www.daz-zeitschrift.de

 

 

              

 


 
Angst und Depression

21.06.2012



Das Schwerpunktthema des Hefts 58 lautet "Angst und Depression".


„Ein Unglück kommt selten allein" – heißt es im Sprichwort. Viele Angsterkrankte können das leidvoll bestätigen, weil sie zugleich oder infolge ihrer Angststörung auch mit Depressionen zu kämpfen haben. Angst und Depression sind eng miteinander verwoben. Für den Schwerpunkt dieser daz-Ausgabe haben wir deshalb Experten gebeten, die komplexen Zusammenhänge aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten.

Ängste und Depressionen sind die häufigsten psychischen Krankheiten unserer Zeit. Auf der Suche nach Teilnehmern für ihre Studie zum Thema „Alltagserfahrungen von Menschen mit psychischen Erkrankungen" wandte sich 2009 eine Psychologin auch an die Deutsche Angstselbsthilfe (DASH). 29 Personen aus Angstselbsthilfegruppen haben mitgemacht; die Ergebnisse der Studie sind in der daz Nr. 58 nachzulesen.

Einen völlig neuen medikamentösen Ansatz verfolgen Angstforscher an der Berliner Charité, über den wir auch hier auf dieser Seite berichtet haben. Mit Hilfe eines Medikaments soll das „Umlernen" in der Therapie erleichtert werden.

Und schließlich haben wir in diesem Heft die Reihe „Meine Angst – mein Weg" mit Betroffenen-Berichten wieder aufgenommen. Sie wird in den nächsten Ausgaben fortgesetzt.

Noch mehr über die daz und wie sie bezogen werden kann unter www.daz-zeitschrift.de
               daz58kl

 


 
Jeder Dritte psychisch krank

18.06.2012

Eine groß angelegte Studie der Technischen Universität Dresden in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut kommt zu folgenden Ergebnissen:

1. Ein Drittel der deutschen Bevölkerung im Alter von 18 bis 80 Jahren ist pro Jahr von psychischen Störungen betroffen. [...] Damit ist das Ausmaß des Problems verglichen mit Studienergebnissen aus dem Jahr 1998 unverändert groß und liegt nur etwas niedriger als in der europaweiten Schätzung.

2. Die häufigsten Erkrankungen bei Frauen sind Angststörungen (Panikstörung, Generalisierte Angststörung, Phobien) sowie depressive und somatoforme Erkrankungen.

3. Die häufigsten Erkrankungen bei Männern sind neben Suchterkrankungen (vor allem Alkoholsucht) Angst- und depressive Störungen.

4. Nach wie vor leiden Frauen etwas häufiger an psychischen Störungen als Männer, allerdings wird der Unterschied immer geringer.

5. Psychische Störungen beginnen überwiegend bereits vor dem 18. Lebensjahr und schränken unbehandelt die Lebensqualität über Zeiträume bis zu Jahrzehnten deutlich ein. Bei mehr als einem Drittel der Betroffenen münden die psychischen Störungen, wenn sie nicht frühzeitig behandelt werden, in einen langjährigen chronischen Verlauf mit vielfältigen Komplikationen.

6. Psychische Störungen sind mit einem überaus hohen Risiko an Fehltagen und Krankschreibungen verbunden. Jeder dritte Betroffene hatte in der Befragung angegeben, in den vergangenen vier Wochen 3 bis 4 Tage auf Grund der psychischen Störung krankgeschrieben gewesen zu sein.

7. Bei gleichzeitigem Auftreten verschiedener psychischer Störungen erhöhen sich die Fehltage auf durchschnittlich 11,6 pro Monat.

8. Trotz des hohen Leidens- und Behinderungsausmaßes ist die „Behandlungsrate“ erschreckend gering. Nur 30,5 Prozent aller Betroffenen haben wegen ihrer Erkrankung jemals Kontakt mit dem Versorgungssystem gehabt. Da in diese Schätzung auch einmalige Arztbesuche und Kontakte zu nicht auf psychische Erkrankungen spezialisierte Hausärzte eingehen, werden offensichtlich nur wenige Betroffene adäquat behandelt.

9. Wenn eine Intervention erfolgt, erfolgt diese im Mittel erst viele Jahre nach dem Krankheitsbeginn und zumeist erst dann, wenn die Grunderkrankung durch vielfältige Zusatzerkrankungen kompliziert bzw. chronifiziert ist.

10. Die Zahlen deuten an, dass Früherkennung und adäquate Frühinterventionen die Ausnahme sind. Insbesondere die Gruppe der 18- bis 35-Jährigen ist durch eine schlechte Behandlungsquote charakterisiert.

 

Weitere Informationen finden sie unter www.tu-dresden.de und Informationsdienst Wissenschaft

 


 

 
Angst verlernen?

15.05.2012

D-Cycloserin unterstützt das Umlernen in der Therapie  – Berliner Angstforscher suchen Teilnehmer für aktuelle Studie

von André Wittmann u. Andreas Ströhle

Zur Behandlung phobischer Störungen hat sich Exposition in den letzten Jahren als die wirksamste Methode in modernen, evidenzbasierten psychotherapeutischen Behandlungen etabliert. Nach einer entsprechenden psychoedukativen Vor­bereitung gelingt es vielen Betroffenen, sich den angstauslösenden Situationen auszusetzen und – unterstützt durch einen erfahrenen Therapeuten – so lange in der Situation zu bleiben, bis sie die Erfahrung machen können, dass die Angstreaktion mit allen quälenden Gedanken und körperlichen Symptomen von allein aufhört, ohne dass dabei ein körperlicher oder psychischer Schaden entsteht.

Was dabei stattfindet, ist ein Lernprozess, in dem neben den alten, angstbesetzten Gedächtnisinhalten neue, positive Erfahrungswerte im Gehirn verankert werden. Dies geschieht innerhalb eines Prozesses, der synaptische Sprossung genannt wird. Hierbei werden, definiert durch die spezielle Organisation von Verknüpfungen im synaptischen Netzwerk, neue Erfahrungen gespeichert. Allerdings stehen diesen die bisher gemachten negativen und angstbesetzten Erfahrungen übermächtig zur Seite.

Da ängstigende Erfahrungen von den Betroffenen immer wieder und wieder gemacht werden, gibt es für diese auch ein viel feineres und weiter ausgereiftes Netz von synaptischen Verknüpfungen. Die dort abgespeicherten Erfahrungen lassen sich viel schneller aktivieren und dominieren das Erleben und Verhalten. Ziel ist es also, die noch wenigen und nicht weit verknüpften neuen, positiven Erfahrungen zu stär­ken; ihnen immer wieder neue, positive Aspekte zur Seite zu stellen, um ein immer stärkeres, größeres und negativen Erfahrungen widerstehendes Netz an neuen, angstfreien Erfahrungsinhalten zu bilden. Umso elaborierter und größer dieses wird, desto eher und schneller werden nun dessen Erinnerungen abgerufen. Bei neuerlichen Kontakten mit ängstigenden Situationen oder Objekten wird also immer öfter mit nicht angstassoziiertem Verhalten reagiert. Und je häufiger dies geschieht, umso stärker und von Ängsten unirritierbarer wird das neuronale Netz, und desto einfacher gelingt das Abrufen der dort gespeicherten Erinnerungen und des Verhaltens.

Wenn all dies einem Lernprozess unterliegt und sich Psychotherapie diesen Mechanismus zunutze macht, stellt sich die Frage: Wie kann dieser Lernprozess unterstützt oder beschleunigt werden, um Menschen, die unter Ängsten leiden, schneller zu stabileren Behandlungserfolgen zu verhelfen? Seit einiger Zeit wird im Rahmen dieser Fragestellung das Medikament D-Cycloserin untersucht. Es handelt sich dabei um ein Antibiotikum, das seit vielen Jahren in der Tuberkulose-Behandlung eingesetzt wird und zudem die Eigenschaft hat, die neuronale Sprossung zu unterstützen. Das bedeutet, es kann auch dabei helfen, die in einer Therapie gemachten neuen, positiven Erfahrungen durch Anregung neuronaler Sprossung besser im Gedächtnis zu verankern und somit den negativen Gedächtnisinhalten, die sich im Rahmen der Erkrankung aufgebaut haben, nach und nach immer stärker werdende positive und korrigierende Erfahrungen entgegenzustellen. Für Menschen mit Höhenangst, sozialer Phobie oder starker Agoraphobie konn­te mit einer Kombination aus moderner Verhaltenstherapie und der Gabe von D-Cycloserin bereits ein besserer Behandlungserfolg erzielt werden.

Aufbauend auf diesen ermutigenden Befunden widmen sich Teams aus Ärzten und Psychologen in der Angstambulanz der Charité in Berlin Mitte, an der TU Dresden und der Universität Greifswald aktuell der Frage, ob und wie genau die expositionsbasierte Psychotherapie der Panikstörung und Agoraphobie durch D-Cycloserin verbessert werden kann. Die Teilnehmer nehmen nur einmalig eine Tablette D-Cycloserin ein, die nur dem Fünftel der Dosis entspricht, die Patienten im Rahmen einer Tuberkulosebehandlung über mehrere Tage oder Wochen einnehmen müssen. Wie für die hohen Standards klinischer Studien maßgeblich, schließen zuvor natürlich auch wir mögliche Kontraindikationen der Einnahme des D-Cycloserin durch entsprechende Voruntersuchungen aus. Dazu findet eine eingehende ärztliche Untersuchung (u.a. EKG, Laboruntersuchung von Blut und Urin, psychiatrische Untersuchung, Interview) statt.

Für diese Studie suchen wir Teilnehmer, die aktuell unter einer Panikstörung oder Agoraphobie leiden. Interessenten können sich zur weiteren Beratung gerne per Telefon (030/450-617017) oder E-Mail an Dipl.-Psych. André Wittmann wenden ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ).



 

 
Früherkennung von Angststörungen

24.04.2012

Eine Studie der University of British Columbia konnte zeigen: Wenn Kinder früh auf eine Angststörung hin getestet werden, hilft dies psychischen Krankheiten vorzubeugen.

Ein Forscher der Universität des Kanadischen Bundesstaates British Columbia hat einen einfachen Zwei-Fragen-Test entwickelt, um Kindergartenkinder auf die unter Kindern häufigste psychische Erkrankung hin zu untersuchen. Die Fragen des Tests fordern die Eltern auf, ihre Kinder hinsichtlich Schüchternheit, Ängstlichkeit und Besorgtheit einzuschätzen und konnten in 85 Prozent der Fälle Kinder identifizieren, die später an einer klinisch diagnostizierten Angststörung erkrankten.

Kinder würden mit Eintritt in den Kindergarten auf Gehör, Sehkraft und Leseschwäche getestet, damit hier Schwierigkeiten frühzeitig erkannt würden. Auch für Angsterkrankungen mache es deshalb Sinn, in diesem Alter Vorsorgetests durchzuführen.

Drei Fragen wurden bei 200 Kindergartenkinder getestet, wobei sich zwei Fragen davon als die Wirkungsvollsten zur Erkennung von Angsterkrankungen herausstellten:

1) Ist Ihr Kind ängstlicher oder schüchterner als andere Kinder in seinem oder ihrem Alter?

2) Ist Ihr Kind besorgter als andere Kinder in seinem oder ihrem Alter?

Jedes zehnte Kind sei von einer psychischen Erkrankung betroffen und die meisten davon sind Angststörungen. Verbunden sind diese mit einer Reihe von psychologischen und pädagogischen Folgeproblemen, wie zum Beispiel Schwierigkeiten im Beziehungsaufbau zu Gleichaltrigen oder innerhalb der Familie, schulmeidendes Verhalten, Anfälligkeit für Depression, erhöhte Neigung zu Alkohol- und Tabakkonsum und der Entstehung von anderen Angsterkrankungen.

Die gute Nachricht sei, dass Angststörungen generell erfolgreich behandelt werden können und am besten würde dies gelingen, wenn bereits mit dem Eintritt in die Schule damit begonnen werden könnte.

Eltern und Lehrer könnten den Kindern in vier Schritten beibringen, wie sie die Angst bewältigen.

Zuerst lernen die Kinder zu erkennen wann, sprich in welchen Situationen/Momenten, sie die Angst spüren können. Danach lernen sie verschiedene Techniken um mit der Angst umzugehen und finden heraus welche dieser Methoden ihnen am besten dabei hilft. Die Kinder lernen letztlich zu reflektieren was ihnen Angst gemacht hat und können nun beginnen ihren Ängsten gezielt entgegenzutreten.

Man spreche zwar in diesem Alter (Kindergarten) noch nicht von psychischen Krankheiten, aber es sei die beste Zeit um aktiv zu werden und diesen vorzubeugen.

 

Den hier frei aus dem Englischen übersetzten Originaltext finden Sie unter: http://www.eurekalert.org

 


 
Wenn extreme Schüchternheit das Leben schwer macht
27.03.2012

Universitätsklinik für Allgemeine Psychiatrie Heidelberg prüft Therapien bei Sozialen Ängsten im Jugendalter / Studienteilnehmer im Alter zwischen 14 und 20 Jahren gesucht

Wem der Kontakt mit anderen Angst einflößt, wer ständig fürchtet, sich zu blamieren, der leidet unter „sozialer Phobie“. Diese Angsterkrankung ist eine der häufigsten psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter. Um betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Zukunft gezielt helfen zu können, vergleichen Psychologen der Universitätsklinik für Allgemeine Psychiatrie Heidelberg sowie der Universitätskliniken Göttingen, Frankfurt und München im Rahmen einer Studie (SophoYou) die Wirksamkeit zweier psychotherapeutischer Behandlungskonzepte. Dafür suchen sie noch Studienteilnehmer im Alter von 14 bis 20 Jahren.

Die soziale Phobie verläuft unbehandelt meist chronisch und hat starke Auswirkungen auf den weiteren Lebensweg: Betroffene Schüler fehlen häufig in der Schule und beteiligen sich nur wenig am Unterricht. In der Folge machen viele einen schlechteren Schulabschluss, als nach ihrem Intellekt zu erwarten wäre. Typisch ist auch, dass sie Berufswünsche aufgeben, wenn Ausbildung, Studium oder Beruf z.B. häufigen Kontakt mit fremden Menschen oder Vorträge mit sich bringen.

Die Studienteilnehmer erhalten jeweils eine Einzeltherapie mit 25 Sitzungen in einem Zeitraum von etwa sechs Monaten. Teilnehmen kann, wer zwischen 14 und 20 Jahren alt ist, an sozialen Ängsten leidet und sich aktuell nicht in einer psychotherapeutischen oder medikamentösen Behandlung befindet. Das Studienzentrum befindet sich im Dachgeschoss des Gebäudes Voßstraße 2 im Heidelberger Stadtteil Bergheim.

Weitere Informationen im Internet:




 
Online-Therapien: Chancen und Risiken

20.03.2012

Eine SMS vom Psychotherapeuten, Gruppentherapie als Chat – moderne Informations- und Kommunikationstechnologien wie Internet und Mobiltelefon können durchaus die Gesundheitsversorgung für Menschen mit psychischen Problemen verbessern, wenn sie geschickt und verantwortungsvoll genutzt werden.

Etwa seit zehn Jahren gibt es „E-Mental Health“-Angebote in einigen europäischen Ländern. In Holland entwickelte man Interapy zur Behandlung post-traumatischer Belastungen. In Großbritannien wurden zwei Arten computerisierter kognitiver Verhaltenstherapien zugelassen, um Unterversorgung entgegenzuwirken: Fear Fighter, ein Programm für die Behandlung von Phobien und Ängsten, und Beat the Blues, das gegen Depressionen im Einsatz ist.

Chancen und Risiken der „Internet- und mediengestützten Therapie“ sind u.a. auch Thema des diesjährigen Deutschen Kongresses für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Ein Symposium hierzu findet am 30.03.2012 von 13.15 – 14.45 Uhr an der TU München statt.

Um Online-Therapien und virtuelle Therapie-Angebote geht es auch im Schwerpunkt der aktuellen „daz – Deutsche Angst-Zeitschrift“ (Ausgabe Nr. 57). Die daz ist die erste deutschsprachige Zeitschrift für Menschen mit Angststörungen, die von Betroffenen für Betroffene gemacht wird. Sie wird von der Deutschen Angstselbsthilfe (DASH) in München herausgegeben.

daz57kl

 



Die neue Ausgabe der daz (Deutsche Angst-Zeitschrift), Heft Nr. 57 ist erschienen!


Schwerpunkt des neuen Heftes ist diesmal das Thema
"Virtuelle Therapie & Online-Therapie".

Außerdem informiert die daz über
- die Online-Beratung der Deutschen Angst-Selbsthilfe (DASH)
- Resilienz: Warum manche Menschen Krisen leichter bewältigen als andere
- Serotonin-Mangel und Panikattacken: Gibt es Zusammenhänge?
... und vieles andere.

Noch mehr über die daz und wie sie bezogen werden kann unter

www.daz-zeitschrift.de

 

 


 
Smartphone soll Angstzustände lindern

08.03.2012

Einsatz von Apps zur Behandlung von psychischen Leiden umstritten

US-Forscher planen den Einsatz von Therapie-Apps an Smartphones, wie die New York Times berichtet. Mit Programmen soll Menschen mit Depressionen oder Angstzuständen so überall schnell geholfen werden. Einige Studien bescheinigen der Behandlung via Handy gute Erfolgsquoten, viele Wissenschaftler bleiben aber skeptisch. "Die Verhaltenstherapie sagt vereinfacht, dass alles was hilft, gut ist. Betroffene können durchaus selber etwas gegen psychische Leiden unternehmen. Das war mittels Selbsthilfebüchern auch vorher schon möglich. Eine professionelle Analyse kann so aber nicht ersetzt werden", sagt Bernad Batinic von der Johannes Kepler Universität Linz http://www.jku.at.

Weitere Informationen

 


 
Die Genetik der Angst

07.02.2012

Menschen lernen im Laufe ihres Lebens, sich vor bestimmten Ereignissen zu fürchten und so gefährliche Situationen zu vermeiden. Allerdings gibt es auch eine krankhafte Seite der Angst: „Angst wird dann pathologisch, wenn sie zu lange dauert oder in Situationen auftritt, die eigentlich nicht gefährlich sind. Wenn sie die Betroffenen in ihrem Alltagsleben behindert und unter Leidensdruck setzt“, sagt Katharina Domschke, Professorin für Psychiatrie und Oberärztin an der Psychiatrischen Universitätsklinik Würzburg.

Seit etwas mehr als drei Jahren arbeiten Wissenschaftler aus Würzburg, Münster und Hamburg im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Furcht, Angst und Angsterkrankungen“ daran, das komplexe Zusammenspiel der beteiligten Faktoren aufzudröseln. Auf der Ebene der Gene haben sie dabei mittlerweile einen der Hauptakteure identifiziert: Das betreffende Gen kodiert ein besonderes Eiweiß, das den Namen Neuropeptid S (NPS) trägt.

In Experimenten an Mäusen zeigte sich, dass gerade das Neuropeptid S (NPS) Angst-ähnliches Verhalten beim Tier entscheidend steuert. Tatsächlich haben Domschke und ihre Kollegen auch beim Menschen eine Variante des Gens identifiziert, das für die NPS-Rezeptoren verantwortlich ist. Für die Träger dieser Variante hat das zur Folge, dass sie ihre Angstreaktion sehr viel stärker erleben und bewerten als Menschen, deren Rezeptoren nicht so sensibel arbeiten. Dabei zeigen sie auch körperliche Anzeichen einer erhöhten Angstreaktion wie zum Beispiel einen erhöhten Herzschlag in Angst-besetzten Situationen und sind anfälliger für die Entwicklung von Angsterkrankungen wie beispielsweise der Panikstörung.

 

Weitere Informationen unter http://www.idw-online.de/pages/de/news462431
              
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Jeder Zehnte hat große Angst vorm Zahnarztbesuch

03.02.2012

Berlin (ots) - Die Mehrheit der Deutschen geht regelmäßig kontrollorientiert zum Zahnarzt. Trotzdem empfindet gut jeder Zweite eine zumindest (leichte) emotionale Anspannung bei dem Gedanken an eine zahnmedizinische Behandlung. Zwölf Prozent der Erwachsenen geben an, stark ausgeprägte Ängste mit dem Zahnarztbesuch zu verbinden. Knapp die Hälfte hat nur 'etwas' oder 'wenig' Angst, ein gutes Drittel aber 'gar keine'. Diese Ergebnisse zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach.

Nähere Informationen unter:

http://www.presseportal.de/pm/30852/2191619/bundeszahnaerztekammer/mail

http://www.idz-koeln.de


 
Nasenspray gegen Angstattacken

31.01.2012

Nasenspray gegen Panikattacken?
Aktuelle Studie an Mäusen dokumentiert die angstlösende Wirkung.

Dass die angstlösende Substanz Neuropeptid S (NPS) über die Nasenschleimhaut aufgenommen und im Gehirn wirken kann, haben Max-Planck-Forscher jetzt in Mäusen zeigen können. Neuropeptid S gelangt auf diesem Weg – nachdem es an seinen Rezeptor gebunden hat – in bestimmte Nervenzellen des Gehirns. Die getesteten Mäuse zeigen bereits vier Stunden später weniger Angst. Im Hippocampus, einer wichtigen Gehirnstruktur für Lernen und Gedächtnis, ist eine veränderte Nervenzellaktivität direkt messbar. Diese Ergebnisse machen intranasal verabreichtes Neuropeptid S zu einem vielversprechenden potentiellen neuen Medikament für Angstpatienten.

Die Forscher vermuten, dass NPS dämpfend auf bestimmte Signale des Emotionszentrums im Gehirn wirkt und dadurch weniger Angst empfunden wird. „Unsere Ergebnisse öffnen die Tür zur Entwicklung zukünftiger Medikamente für Patienten mit krankhafter Angst auf der Basis von Neuropeptid S“, sagt Psychiaterin Ulrike Schmidt. „Die einfache Anwendung und schnelle und direkte Wirkung durch ein anxiolytisch wirkendes Nasenspray könnte für viele Patienten mit Angststörungen wie Panikattacken und Posttraumatischer Belastungsstörung ein Segen sein“.

Weitere Informationen unter http://www.mpg.de/5005298/Nasenspray_gegen_Panikattacken

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Vervielfältigung nur mit Genehmigung

 


 
Online-Plattform für junge Menschen mit Angststörungen

27.01.2012

Die einfache Spielweise von Browsergames, die leichte Kontaktaufnahme in sozialen Netzwerken und kompetente Onlineberatung durch Sozialpädagogen – das alles vereint das Projekt „Facing Faithless“ von Studierenden der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Ein interdisziplinäres Team arbeitet gemeinsam an der E-Health-Plattform. Zielgruppe des Spiels sind Jugendliche und junge Erwachsene, die unter Sozialphobie leiden und bisher keine Therapiemöglichkeiten wahrnehmen. Betroffenen, die unter Angstzuständen beim Zusammentreffen mit anderen Menschen leiden, kann das Spiel eine erste Anlaufstelle sein. Spielerisch heilen mit einem Avatar.

Die ratsuchenden Nutzer schlüpfen in die Rolle eines Online-Charakters, den es im Laufe des Spiels weiterzuentwickeln gilt. Gemeinsam mit dem Avatar müssen die Spielerinnen und Spieler Aufträge bearbeiten und dabei Alltagsprobleme lösen. Sie werden von erfahrenen Community-Mitgliedern unterstützt. Bei Bedarf stehen reale Sozialpädagogen als Online-Streetworker mit Rat und Tat zur Seite. Als stabilen Schutz- und Freiraum, gekoppelt mit seriösen Beratungsmöglichkeiten möchten die Jenaer Studierenden ihr Projekt etablieren. Das Besondere an der Plattform: Nicht der Nutzer selbst, sondern sein Avatar wird beraten. Damit sollen mögliche Berührungsängste abgebaut werden. Seit Mitte 2011 arbeiten die Studierenden bereits an der Umsetzung des Projektes und führten mehrere begleitende Seminare für Kommilitonen und Multiplikatoren durch. Ende September präsentierte das Team die Idee erstmals öffentlich bei der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Systemische Soziale Arbeit (dgssa) in Jena. Noch in diesem Jahr soll eine Testversion des Spiels fertig sein. Eine erste Online-Version ist für Mitte des nächsten Jahres geplant.

„Facing Faithless“ ist Gewinner beim Wettbewerb für Studierende „Was macht gesund?“ im Wissenschaftsjahr 2011 – Forschung für unsere Gesundheit und wurde mit 10.000 Euro für die Umsetzung prämiert. Das Wissenschaftsjahr Gesundheitsforschung wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit der Initiative Wissenschaft im Dialog sowie zahlreichen Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur ausgerichtet.


Kontakt:
Dr. Jörg FischerInstitut für Erziehungswissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Am Planetarium 4, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945393
E-Mail: fischer.joerg[at]uni-jena.de

Weitere Informationen:
http://www.facingfaithless.info - Informationen zum Projekt „Facing Faithless"

http://www.was-macht-gesund.de - weitere Informationen zum Wettbewerb sowie den Preisträgerinnen und Preisträgern

http://www.forschung-fuer-unsere-gesundheit.de - aktuelle Informationen zum Wissenschaftsjahr Gesundheitsforschung.


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Panikstörungen können zu 90 Prozent erfolgreich behandelt werden
   
Menschen, die unter Panikattacken und Platzangst (Agoraphobie) leiden, können mit einer speziellen Psychotherapie in relativ kurzer Zeit von ihrem Leiden befreit werden. Das belegt eine deutschlandweite Studie, die in diesen Tagen abgeschlossen wird. An dem Projekt war auch das Institut für Psychologie der Universität Greifswald beteiligt. Hier wurden 47 der insgesamt 360 Studienteilnehmer behandelt.
In Deutschland leiden rund 2,5 Millionen Menschen an Panikattacken und Agoraphobie. Rund 70 % der Patienten mit Panikstörungen leiden auch an anderen Erkrankungen (Alkoholabhängigkeit, Phobien, Depression). Rund 28 % sind abhängig von Medikamenten. In der Regel erhalten die Betroffenen erst nach sieben Jahren eine Psychotherapie. "Durch eine Frühintervention könnten wir vielen Patienten viel Leid ersparen und dem Beitragszahler der Krankenkassen auch viel Geld. Aus diesem Grund haben wir an einer Ausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung teilgenommen. Das Ministerium sah dringenden Handlungsbedarf bei der Erforschung der Effektivität von Psychotherapie. Unser Konsortium mit Dresden, Berlin und Greifswald als Leitzentren wurde mit einer Summe von 3,5 Mio. Euro unterstützt. Davon hat Greifswald ca. 400.000 Euro bekommen." Das erklärt Professor Dr. Alfons Hamm Institut für Psychologie, Universität Greifswald.

Auch wenn die Nachuntersuchungen noch nicht ganz abgeschlossen sind, belegen die Zwischenergebnisse, dass mit einer sechswöchigen Verhaltenstherapie fast 90 Prozent der Patienten geholfen werden kann. Ihnen wird ein langfristig funktionaler Umgang mit Angst vermittelt.
Die Effektstärken der Therapie sind extrem gut. "Wir haben beim Rückgang der selbst beurteilten Angst eine Effektstärke von 2.26 gemessen. Das ist außergewöhnlich gut. Die Betroffenen werden wieder mobiler und sie überwinden ihre Angst vor der Angst, wenn wir sie während der Behandlung gezielt mit der Realität konfrontieren. Das heißt, sie müssen mit dem Bus fahren, ein Kaufhaus besuchen oder allein im Wald spazieren gehen, alles Dinge, die sie lange vermeiden haben, weil sie Angst vor Panikattacken hatten," so Prof. Dr. Alfons Hamm.
Der Psychologe hofft, dass die sehr effiziente Therapie flächendeckend eingeführt wird. So könnte mehr Betroffenen geholfen werden. In Mecklenburg-Vorpommern warten Patienten oft ein Jahr auf eine Behandlung. Außerdem ist die Therapie relativ preiswert.

Weitere Informationen:
Das Krankheitsbild
Eine Panikstörung ist gekennzeichnet durch wiederkehrende Panikattacken, d.h. Episoden von schnell ansteigender Furcht, in Verbindung mit massiven Körpersymptomen (Herzschlagen, Schwitzen, Schwindel usw.) und Befürchtungen, zu sterben, die Kontrolle zu verlieren oder sich bei einer Panikattacke zu blamieren. Während Panikattacken ein häufiges und unproblematisches Phänomen sind, ist die Panikstörung durch Erwartungsangst (Angst vor der Angst) und Versuche, die Angst zu vermeiden (körperliches Schonverhalten, Verzicht auf Kaffee etc.) gekennzeichnet.
Viele Panikpatienten vermeiden in einem zweiten Schritt nach Möglichkeit nicht nur die Angstattacken selbst, sondern auch Situationen in denen sie diesen "schutzlos" ausgeliefert sein könnten (Alleinsein, Menschenmengen, enge Räume, weite Plätze). Dieses Phänomen bezeichnet man als Platzangst bzw. Agoraphobie.
Leider hilft die Vermeidung von Angst nur kurzfristig und alle Versuche, die Angst zu vermeiden führen langfristig zu einem Anstieg der Erwartungsangst.

Verbreitung
In Deutschland sind 3,6 Prozent der Bevölkerung betroffen. Die Störung tritt am häufigsten im Alter von 25-30 Jahren auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. 70 % der Patienten mit Panikstörungen leiden auch an anderen Erkrankungen (Alkoholabhängigkeit, Phobien, 30 - 50% hatten im Verlauf ihres Lebens eine Depression).

Die Therapie im Rahmen der Untersuchung
In einer kompakten Verhaltenstherapie wird den Patienten ein langfristig funktionaler Umgang mit Angst vermittelt. Erst konfrontieren sich die Patienten mit Körpersymptomen und in einem zweiten Schritt mit angstauslösenden Situationen wie Bus, Kaufhaus, Wald, wobei sie Vermeidung (Flucht, Ablenkung oder Sicherheitssignale) unterlassen und die Angst zulassen, bis sie von alleine wieder nachlässt.
Eine medikamentöse Therapie ist für diese Patientengruppe langfristig kontraproduktiv, da dadurch die Funktion von Angstvermeidung aufrechterhalten wird. Besonders Benzodiazepine wie Diazepam oder Faustan können dazu führen, dass das Krankheitsbild chronisch wird. Außerdem bergen sie ein hohes Abhängigkeitspotential.

Das Projekt
Das Gesamtprojekt wurde aufgrund einer Ausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beantragt. Von 38 Anträgen wurden 5 bewilligt.
Nach Dresden und Berlin ist Greifswald das Zentrum mit den meisten Patienten. In diesem Projekt arbeiten in der Ambulanz des Instituts für Psychologie inzwischen sieben zertifizierte Psychotherapeuten. Alle Therapeuten wurden für die Durchführung diese standardisierte Therapie (manualgesteuert) vom verantwortlichen Zentrum in Dresden geschult. Die Therapien wurden aufgezeichnet und von Dresden begutachtet.

Ergebnisse
Eine Zwischenauswertung zeigt äußerst ermutigende Ergebnisse. Die Effektstärken der Therapie sind extrem gut.
Wir haben beim Rückgang der selbst beurteilten Angst eine Effektstärke von 2.26 (von einem starken Effekt spricht man bei einer Effektstärke von 0.8). Bei der Fremdbeurteilung sieht es sogar noch besser aus (2.8).
- Die Mobilität, welche bei diesen Patienten deutlich eingeschränkt ist, nimmt wieder deutlich zu, wobei hier die Patienten besonders von der Reizkonfrontation in der Realität (Exposition in vivo) profitieren. Die Effektstärke liegt hier bei 1.65.
- Die Therapie wird von den meisten Patienten (90 %) bis zum Katamnese (Nacherhebung nach einem Jahr) durchgeführt. Zehn Prozent Patienten brechen die Therapie ab. Das ist eine sehr geringe Quote.
- Hohe Effektstärken ergeben sich auch bei den sogenannten sekundären Effektvariablen (z.B. Lebensqualität, Depressivität, Arbeitsfähigkeit). So geht neben der Ängstlichkeit auch die Depression deutlich zurück (Effektstärke 0.7). Dies ist insofern wichtig, da viele Patienten routinemäßig antidepressive Medikamente verschrieben bekommen: Die Depressivität geht aber eben auch durch eine adäquate Psychotherapie zurück, wodurch keine antidepressive Medikation mehr erforderlich ist.
- Mit der Therapie können deutliche Kosteneinsparungen erreicht werden. Die Kosten-Nutzen Relation beträgt 1:5,6.

Ansprechpartner für Rückfragen:
Professor Dr. Alfons Hamm
Institut für Psychologie, Universität Greifswald
Franz-Mehring-Str.47, 17487 Greifswald
Telefon 03834 86-3715
Telefax 03834 86-3736
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw- 
 
Auslösern von Panikattacken auf der Spur
   
Die Angst zu sterben oder verrückt zu werden, kann eine Panik-Attacke auslösen. Plötzlich kommt es zu Atemnot, Herzrasen, Schweißausbruch oder anderen körperlichen Reaktionen. Sie verschwinden nach etwa 15 Minuten genauso schnell, wie sie ausgelöst wurden. Am Universitätsklinikum Erlangen wird seit September 2008 untersucht, was die Auslöser für die Panik-Attacken sind. Die Vermutung: Patienten mit Panikattacken haben eine starke Empfindlichkeit für CO2-Veränderungen im Gehirn. Jetzt werden betroffene Frauen zwischen 20 und 55 Jahren gesucht, um zu überprüfen, ob die Hypothese stimmt.
Etwa ein bis vier Prozent der Bevölkerung erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Panikstörung. Eine Panikstörung zeichnet sich durch immer wiederkehrende und unerwartete Panikattacken mit intensiver Angst und körperlichen Angstsymptome aus, die mehrere Male innerhalb eines Monats auftreten. Hinzu kommt die Angst vor weiterer Panikattacken und den möglichen Folgen. Diese so genannte Erwartungsangst kann dazu führen, dass Betroffene beginnen, enge Räume, Menschenansammlungen oder weite Reisen zu vermeiden.

Die Psychosomatische und Psychotherapeutische Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen (Leiterin: Prof. Dr. Martina de Zwaan) will mit ihrer Studie den Ursachen für die Panikstörung auf den Grund gehen. In Kooperation mit dem Institut für Physiologie (Direktor: Prof. Dr. Chris­tian Alzheimer) und der Neuroradiologischen Abteilung des Uni-Klinikums (Leiter: Prof. Dr. Arnd Dörfler) werden jetzt Patientinnen mit Panikstörung im Alter zwischen 20 und 55 Jahren gesucht. Die Patientinnen sollten derzeit möglichst keine Medikamente zur Behandlung der Panikstörung einnehmen. Nach einem psychologischen Test werden die Durchblutungsverhältnisse des Hirnstammes im Kernspintomographen von Panikpatientinnen und gesunden Vergleichspersonen während verschiedener Atemmanöver untersucht. Die Studie wird über die Erlanger Johannes und Frieda Marohn-Stiftung finanziert. Infos über Dr. Anja Deinzer, Tel.: 09131/85-45926 oder -34899.

CO2 -Veränderung im Gehirn könnte Panik-Attacke auslösen
Wissenschaftlicher Hintergrund der Untersuchung sind Hinweise, dass Patienten mit Panikattacken eine starke Empfindlichkeit für CO2-Veränderungen im Gehirn haben. Diese veränderte Empfindlichkeit könnte spezifisch für Patienten mit Panikattacken sein und sich von Patienten mit anderen Angsterkrankungen, Depressionen und vor allem von gesunden Probanden unterscheiden. CO2-Veränderungen im Gehirn lassen sich durch gezielte Atemmanöver, wie Luftanhalten und Hyperventilation hervorrufen. Die Studiengruppe möchte diese Atemmanöver im Kernspintomographen untersuchen. Seit 2008 verfügt die Neuroradiologische Abteilung des Uni-Klinikums über ein 3 Tesla-Kernspintomographiegerät der neusten Generation, das die Vorraussetzungen für die Darstellung des Hirnstammes erfüllt und damit erst die Grundlagenforschung in diesem aktuellen wissenschaftlichen Bereich ermöglicht hat.

Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit 26.000 Studierenden, 550 Professorinnen und Professoren sowie 2000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in engem Dialog mit Jura und Theologie sowie den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Seit Mai 2008 trägt die Universität das Siegel "familiengerechte Hochschule".

Weitere Informationen für die Medien:

Dr. Anja Deinzer
Tel. 09131/8545926
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Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw-

 
Neuer Angst-Produzent im Gehirn gefunden
Charité-Forscher klären Rolle des Dopamins

In Stress-Situationen reagieren Menschen oft völlig unterschiedlich. Manche geraten in Panik, andere werden ganz ruhig. Wissenschaftler der Charité - Universitätsmedizin Berlin haben jetzt herausgefunden, weshalb das so ist. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature Neuroscience* erklärt das Team um Prof. Dr. Andreas Heinz und Dr. Thorsten Kienast, Leiter der Arbeitsgruppe biologische Suchtforschung an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Charité Mitte, dass die Fähigkeit, den Botenstoff Dopamin im Gehirn zu speichern, nicht bei allen Menschen gleich ausgeprägt ist.

Dopamin ist ein so genannter Neurotransmitter, der unter anderem zur Motivation beiträgt. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass er auch bei negativen Emotionen wie Angst eine große Rolle spielt. Dieser Prozess spielt sich in zwei wichtigen Abschnitten des Gehirns ab. Ein Schauplatz ist hier die Amygdala, der so genannte Mandelkern, der unterhalb der Hirnrinde verankert ist. Hier wird das Dopamin auch gespeichert. Ebenfalls aktiv ist ein Teil der Hirnrinde, der hintere Teil des so genannten anterioren Cingulums. Hier sind die Funktionen für das Empfinden von Schmerz sowie ein Teil des autobiografischen Gedächtnisses angesiedelt.

Die Forscher verabreichten gesunden Probanden einen Vorläufer des Dopamins. Auf diese Weise kann man den Dopaminvorrat im Mandelkern mit Hilfe des Positronen-Emissions-Tomographen sichtbar machen. In der darauf folgenden kernspintomographischen Untersuchung wurde zusätzlich die Aktivität in bestimmten Hirnregionen gemessen, die an der Bildung von Emotionen beteiligt sind. Die Wissenschaftler zeigten den Teilnehmern der Studie während des Aufenthalts im Kernspin-Tomographen eine Reihe von Bildern, die negative Gefühle wie Angst, aber auch positive oder neutrale Emotionen auslösten.

"Bei den negativen Gefühlen, und nur bei diesen, entdeckten wir, dass der Mandelkern und das anteriore Cingulum miteinander zu kommunizieren schienen", erklärt Kienast. "Beide wiesen parallele Aktivitätsmuster auf." Die Stärke der Aktivität war stets abhängig von der Menge des im Mandelkern vorhandenen Dopamins. "Je mehr Dopamin vorhanden war, desto mehr Angst verspürten die Probanden beim Anblick der Bilder", sagt Kienast. Eine Möglichkeit gab es allerdings, diese Reaktion abzuschwächen. "Bei den Probanden, bei denen der Mandelkern und das anteriore Cingulum intensiv miteinander kommunizieren konnten, wurde die Angst auch dann geringer, wenn sie viel Dopamin produzierten."

Dopamin ist der dritte Botenstoff im Gehirn, der den Mandelkern aktiviert. "Bei Serotonin und Noradrenalin ist dies bereits nachgewiesen", erklärt Prof. Andreas Heinz, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Diese Erkenntnis über das Zusammenspiel von Dopamin und anteriorem Cingulum in der Kontrolle sowie dem Mandelkern in der Produktion von Gefühlen sei für die Arbeit in der Verhaltenstherapie von großer Bedeutung. "Vor allem Patienten, die auf der Spezialstation für Borderline und suchterkrankte Patienten von Dr. Kienast behandelt werden, könnten durch gezieltere Therapien profitieren", hofft Prof. Heinz. Diese Menschen leiden gleichzeitig an einer Störung der Emotionskontrolle und an Abhängigkeitserkrankungen. Hier bietet nach Prof. Heinz´ Worten der Befund möglicherweise auch einen weiteren Ansatz zur Entwicklung neuer Medikamente.

*Nature Neuroscience Received 16 June; accepted 8 October; Nature Neuroscience, Online-Ausgabe vom 2. November 2008

Kontakt:
Dr. Thorsten Kienast,
FB Biologische Suchtforschung
AG Sucht und Persönlichkeitsstörung
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
t: +49 30 2311 20 60 oder mobil 0170 8383041
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw-
 
Nicht allein mit der Angst und Depression - vor und nach der Geburt


Elf Prozent der Mütter leiden in den ersten drei Monaten nach der Geburt unter Angststörungen, sechs Prozent unter Depressionen. Im Gegensatz zu den häufigen Stimmungstiefs innerhalb der ersten Woche nach der Geburt ("Baby-Blues") können Angststörungen oder Depressionen unbehandelt über Monate oder Jahre anhalten. "Psychische Probleme vor und nach der Geburt sind noch immer ein Tabu-Thema", erklärte Dr. Corinna Reck, Leiterin der Mutter-Kind-Einheit in Heidelberg. "Von Müttern wird nach der Geburt erwartet, glücklich zu sein. Betroffene Frauen wollen sich daher häufig niemandem anvertrauen, dadurch verlängert sich ihr Leidensweg."

In der neuen Peripartal-Station des Universitätsklinikums Heidelberg werden Frauen mit Ängsten und Depressionen und ihre Kinder betreut.
Nach der Geburt nur Angst und Trauer statt Mutterliebe: Damit betroffene Frauen vor und nach der Geburt möglichst schnell professionelle Hilfe finden, arbeitet die Mutter-Kind-Einheit an der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg nun eng mit der Universitäts-Frauenklinik zusammen. Seit August 2008 gibt es eine Peripartal-Station, die an die Mutter-Kind-Einheit der Universitätsklinik für Allgemeine Psychiatrie angegliedert wurde. Dort werden Frauen gemeinsam von Frauenärzten, Psychiatern und Psychologen betreut. Die Heidelberger Peripartal-Station, ist die erste Einrichtung ihrer Art in Deutschland.

Anzeichen schon während der Schwangerschaft erkennen

Besonders gefährdet sind Frauen, die bereits vor der Geburt unter psychischen Problemen litten. "Es ist wichtig, dass Gynäkologen und Hebammen Warnsignale bei Schwangeren erkennen und auch ernst nehmen", sagte Privatdozent Dr. Holger Maul, Leiter der Perinatalmedizin an der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg. Die Ärzte der Geburtshilfe-Abteilung an der Universitäts-Frauenklinik sprechen ihre Patientinnen auch bei leichten Auffälligkeiten, wie Niedergeschlagenheit oder geäußerter Besorgnis, gezielt an und stellen bei Bedarf den Kontakt zur Mutter-Kind-Einheit her.

Die Heidelberger Mutter-Kind-Einheit ist Anlaufstelle für alle schwangeren Frauen und Mütter, die sich bei psychischen Problemen und bei Schwierigkeiten mit ihrem Kind Unterstützung wünschen. Auf der Peripartal-Station stehen für Schwangere zwölf stationäre Betten sowie zwei teil-stationäre Plätze und für Mütter mit ihren Kindern sechs Plätze zur Verfügung. "Der Bedarf geht aber weit über unsere Kapazitäten hinaus", erklärte Dr. Reck.

Besonders bei Risikoschwangerschaften greift die Rundum-Versorgung auf der Peripartal-Station: Solange es der Gesundheitszustand erlaubt, wird die schwangere Patientin in der Universitätsklinik für Allgemeine Psychiatrie untergebracht und von den Gynäkologen der Frauenklinik weiter betreut. Später besuchen sie die Psychologinnen und Ärztinnen der Mutter-Kind-Einheit auf der Schwangeren- und der Wöchnerinnenstation. Anschließend kann sie gemeinsam mit ihrem Kind in die Peripartal-Station der Mutter-Kind-Einheit zurückkehren. So entstehen keine Unterbrechungen in der psychologischen Betreuung.

Heidelberger Therapiemodell fördert Mutter-Kind-Beziehung

Das Heidelberger Therapiemodell konzentriert sich neben der seelischen Gesundheit der Mutter auch auf die gesunde Entwicklung des Kindes. Das eingespielte Team aus Psychologen, Ärzten, Fachpflegekräften für Psychiatrie und Kinderheilkunde, Sozialarbeitern, Musik-, Ergo-, Gestaltungs- und Bewegungstherapeuten unter der Leitung von Corinna Reck gewährleistet eine umfangreiche Betreuung von Mutter und Kind sowie auf die Bedürfnisse der Frauen abgestimmte Behandlungsangebote. Für Schwangere gibt es spezielle Angebote, wie die Körpertherapie, die ihnen helfen eine positive Einstellung zu sich und ihrem ungeborenen Kind zu gewinnen.

"Wir wollen die Frauen in ihrem Mutter-Sein bekräftigen. Viele haben ein sehr negatives Selbstbild und glauben, eine schlechte Mutter zu sein", so Dr. Corinna Reck. Neben den Psychotherapien gibt es Mutter-Kind-Therapien, wie verhaltens- und musiktherapeutische Müttergruppen, Interaktionstherapie, Anleitung zur Baby-Massage und eine Spielgruppe für ältere Kinder. Die Beteiligung der Väter oder anderer Familienmitglieder an der Therapie ist erwünscht.

"Besonders wichtig war für mich, dass immer ein Ansprechpartner da war und dass ich mich mit anderen betroffenen Frauen austauschen konnte. Das hat mir Kraft und Sicherheit für die Zeit nach der Behandlung gegeben", beschrieb die ehemalige Patientin Katja Merly. Die 29-Jährige aus dem hessischen Bürstadt litt nach der Geburt ihrer Tochter unter Depressionen und Panikattacken, kam mit der Situation schließlich nicht mehr zurecht. "Die Therapie hat mir sehr geholfen, ich bin bei mir angekommen."

Mobile Bezugspersonen geben Zuhause Sicherheit

Nach dem Klinikaufenthalt helfen die Mitarbeiterinnen der Mutter-Kind-Einheit im Rahmen des Mobilen Bezugspersonensystems (MBS) den Müttern und Familien dabei, den Alltag mit Kind zu meistern: Eine Bezugsperson aus der stationären Therapie, z.B. eine Krankenschwester, besucht die Patientin bei Bedarf regelmäßig zu Hause. Die Patientin kann nach ihrer Entlassung an Gruppen- und Einzelangeboten des MBS teilnehmen oder die "Mama Care Weekends" besuchen, Wochenendworkshops mit Entspannungstechniken, Selbsterfahrung, und Kreativangeboten, die zweimal im Jahr stattfinden. Seit 2007 können sich betroffene Schwangere und Mütter auch an die Selbsthilfegruppe "Zwickmühle" wenden.

Im Gegensatz zur Wochenbettdepression gibt es nur wenige Untersuchungen zu den Folgen einer Angsterkrankungen nach der Geburt eines Kindes: Daher untersucht das Team der Mutter-Kind-Einheit der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg derzeit in einer Studie, wie die kindliche Entwicklung und frühkindliche Stressreaktionen durch die Angsterkrankung der Mütter beeinflusst werden.


Informationen zur Mutter-Kind-Therapie:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/zpm/psychatrie/pdf/broschuere_jaspers.pdf

Schwangere und Mütter, die an der Studie "Postpartale Angststörungen" teilnehmen möchten, wenden sich bitte an:
Britta Zipser, Ärztin
Psychiatrische Universitätsklinik Heidelberg
Tel.: 06221 / 564420
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.


Mutter-Kind-Telefon:
Tel.: 06221 / 56 34 416
Montag bis Donnerstag von 14 bis 15 Uhr

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw-



 

 
Angstauslöser im Gehirn entdeckt
01.12.2008

Angsthase oder coole Socke: Wie ängstlich oder mutig ein Mensch ist, hängt unter anderem von bestimmten Abläufen im Gehirn ab. Ein internationales Wissenschaftlerteam unter Beteiligung von Univ.-Prof. Dr. med. Gerhard Gründer, Leiter des Lehr- und Forschungsgebietes Experimentelle Neuropsychiatrie der RWTH, konnte erstmals zeigen, dass bei ängstlichen Menschen eine hohe Dopaminkonzentration im Bereich der Amygdala vorliegt. Dieser so genannte Mandelkern liegt im Schläfenlappen unterhalb der Hirnrinde. Geschürt oder reduziert wird das Angstgefühl zudem durch einen mehr oder weniger intensiven Austausch dieses Gehirnbereichs mit dem anterioren Cingulum. Die neuen Grundlagenforschungsergebnisse, die unlängst in der hochrangigen Fachzeitschrift Nature Neuroscience publiziert wurden, sollen helfen, neue pharmakologische und verhaltenstherapeutische Therapieansätze für Menschen mit Panik- und anderen Angststörungen zu entwickeln.
"Die Erkenntnis, dass Dopamin als Angstauslöser fungiert, ist fundamental neu", berichtet der Aachener Wissenschaftler. Bisher sei dieser Botenstoff - im Volksmund auch Glückshormon genannt - dafür bekannt, bei freudigen Erwartungen eine Rolle zu spielen. Außerdem ist wissenschaftlich bewiesen, dass ein reduziertes Dopaminvorkommen im Hirnstamm die Ursache für die Bewegungsstörungen bei Parkinson-Patienten ist, so der stellvertretende Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Aachen.
Mit Hilfe eines kombinierten Bildgebungsverfahrens gelang es den Wissenschaftlern nun, die Dopaminrelevanz bei Angst zu dokumentieren. "In einem ersten Schritt erhielten unsere Probanden einen Vorläufer des Botenstoffs verabreicht", berichtet der Aachener Psychiater. Diese radioaktive Substanz wird im Körper zu Dopamin umgewandelt - ein neurochemischer Prozess, der im Positronen-Emissions-Tomographen (PET) sichtbar gemacht werden kann und somit die Dopaminkonzentration in der Amygdala zeigte. In einer anschließenden Untersuchung im Kernspintomographen wurden den Probanden angstauslösende Bilder gezeigt und die Reaktion bestimmter Hirnareale auf die Präsentation dieser Bilder gemessen. Außerdem wurde die Neigung der Probanden zur Ängstlichkeit mit Hilfe eines skalierten Fragebogens erfasst. "Uns interessierte die funktionelle Konnektivität zwischen Amygdala und dem anterioren Cingulum im Frontalkortex", erläutert Gründer. Dabei zeigte sich, dass ein intensiver Austausch dieser beiden Hirnareale bei den Probanden eine angstreduzierende Wirkung hatte: "Je stärker die Hirnbereiche miteinander kommunizierten, desto niedriger war die Aktivität der Amygdala bei der Wahrnehmung angstauslösender Reize."
Die gewonnenen Erkenntnisse helfen, die Neurobiologie von Angst besser zu verstehen, um sie gegebenenfalls bei krankhaften Störungen zu regulieren. Auch wenn die Dopaminkonzentration und die Interaktion zwischen Amygdala und anteriorem Cingulum sicherlich genetisch und biografisch geprägt ist: Nach Ansicht des Aachener Psychiaters lässt sich der neurobiologische Regelkreis durch Psychotherapie und Medikamente durchbrechen. "Patienten können in einer Psychotherapie lernen, durch verändertes Verhalten langfristig ihre Angstwahrnehmung zu steuern."

Weitere Informationen bei Prof. Gerhard Gründer, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Aachen, Telefon: 0241/80 89 821

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw-

 
Die unerklärliche Angst vor den grusligen Krabblern
27.11.2008
   
Angst vor Spinnen: Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann hat sie. An den bisherigen Erklärungsversuchen für diese weitverbreitete Furcht hatten Würzburger Psychologen ihre Zweifel. Im Experiment konnten sie diese jetzt bestätigen.
Spinnen sind eklig, irgendwie gruselig und ihre Bisse giftig. Kein Wunder, dass ein großer Anteil der Bevölkerung zugibt: "Ich habe Angst vor Spinnen". Aus evolutionärer Sicht könnte diese Angst Sinn ergeben. Spinnen sind Jäger und verabreichen ihren Opfern Gift, das diese lähmt und hilflos macht - allerdings kann dies in der Regel nur Insekten und kleinen Säugetieren gefährlich werden. Wer Angst hat, wird jedoch beim ersten Anblick einer Spinne in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt und kann so möglicherweise dem lähmenden Biss entgehen. Klingt schlüssig und wurde wohl deshalb bisher als Erklärung von vielen Seiten akzeptiert.

Bienen und Wespen sind gefährlicher

Ein Team um den Würzburger Psychologen Georg W. Alpers hatte allerdings Zweifel an der Richtigkeit dieser These: "Wenn das Gift Auslöser für die Angst ist, müssten Menschen eigentlich genauso stark auf andere Tiere reagieren, beispielsweise auf Bienen oder Wespen", sagt Alpers. Tatsächlich stellen die Insekten für Menschen eine sehr viel realere Gefahr dar als Spinnen: Ihr Stich kann eine tödlich verlaufende allergische Reaktion auslösen; und selbst ein gesunder Mann wird es nicht überleben, wenn ein Bienenschwarm auf ihn losgeht und 500- bis 1000-mal zusticht.

Alpers und seine Mitarbeiterin Antje Gerdes und die Biologin Gabriele Uhl, die an der Universität Würzburg den Lehrstuhl für Zoologie vertrat, wollten deshalb wissen, ob Menschen allgemein Furcht verspüren, wenn sie auf die "grusligen Krabbler" stoßen, ob dies nur für giftige Arten gilt - oder ob Spinnen einzigartig sind, wenn es darum geht, Angst hervorzurufen. Dazu präsentierten sie Studierenden Bilder von Spinnen, Wespen, Bienen, Käfern, Schmetterlingen und Motten und befragten sie danach, wie sehr sie sich vor den Tieren fürchteten oder ekelten und für wie gefährlich sie diese hielten.

Spinnenangst und -ekel sind einzigartig

Ergebnis: "Spinnen riefen signifikant mehr Angst und Ekel hervor als die anderen Tiere", so Alpers. So wie Angst vor Gefahr schützt, schützt Ekel vor Vergiftung durch Verdorbenes. Das würde erklären, dass manche sich vor Käfern ekelt. Tatsächlich übertrifft aber in der Studie der Ekel vor Spinnen bei weitem den Ekel vor Käfern.

Gleichzeitig stuften die Teilnehmer Spinnen als deutlich gefährlicher ein als Bienen, Käfer oder Motten. "Spinnenangst ist also tatsächlich spinnenspezifisch", so der Schluss des Psychologen. Und: "Die mögliche Gefahr, die von einer Tierart für den Menschen ausgeht, reicht als Grund alleine nicht aus, um solche Ängste zu erklären, wie wir sie im Fall der Spinnen finden."

Die Gewöhnung an Stiche vermindert die Angst

Wieso aber nur Spinnen Angst auslösen, Bienen jedoch nicht, dafür gibt es mehrere Erklärungsmöglichkeiten. Eine lautet: "Weil Menschen mit Bienen mehr Erfahrungen haben als mit Spinnen, da sie schon immer am Honig interessiert waren", sagt Antje Gerdes. Zu diesen Erfahrungen gehört es zwar auch, hin und wieder gestochen zu werden. Das ist aber nur von Vorteil: "Auf diese Weise konnten die Menschen die Erfahrung machen, dass Bienenstiche in der Regel nicht zum Tod führen. Die Gewöhnung hat zur Folge, dass Angst zurückgeht", so die Psychologin.

Anders bei den Spinnen: Weil einfach nicht genug Menschen von den Krabblern gebissen werden, fehlt es an der Erfahrung, dass diese Bisse vergleichsweise harmlos sind.

Spiders are special: fear and disgust evoked by pictures of arthropods. Antje B.M. Gerdes, Gabriele Uhl, Georg W. Alpers. Evolution and Human Behavior, DOI: 10.1016/j.evolhumbehav.2008.08.005)

Kontakt: PD Dr. Georg W. Alpers, T: (0931) 31-2840, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw- 
 
Psychotherapie für alle psychisch Kranken!
01.11.08
 
Psychotherapien helfen effizient gegen seelische Erkrankungen - und zwar umso besser, je eher damit begonnen wird. Darauf weist der Leiter der Marburger Psychotherapie-Ambulanz Professor Dr. Winfried Rief in einem Aufsatz hin, der Ende November als Editorial der Zeitschrift "Verhaltenstherapie" erscheint. Der Psychologe bezieht sich dabei auf aktuelle Ergebnisse aus Großbritannien.

"Psychotherapie ist bei Depressionen oder Angststörungen kurzfristig mindestens so erfolgreich wie eine medikamentöse Behandlung, langfristig sogar oft erfolgreicher", betont Rief. Während eine Pharmakotherapie jedoch jedem psychisch Kranken zur Verfügung steht, bekommen in Deutschland mehr als 80 Prozent der psychisch Kranken keine Psychotherapie. Für einen Therapieplatz muss man mit einer relativ langen Wartezeit rechnen.

In Großbritannien zum Beispiel beträgt diese durchschnittlich 18 Monate. Mit einer beispiellosen Aktion soll hier Abhilfe geschaffen werden: Allein in den nächsten drei Jahren sollen bereits 3.600 neue Psychotherapeuten in das Gesundheitssystem integriert werden, die besonders darin geschult sind, evidenzbasierte psychologische Behandlungen durchzuführen. Das britische Gesundheitsministerium investiert in diesem Zeitraum Sondermittel in Höhe von 300 Millionen Englischen Pfund, das entspricht 450 Millionen Euro.

Nun hat das Ministerium erste Ergebnisse von Vorstudien über das Großprojekt berichtet. Sie stützen sich auf Untersuchungen mit 3.500 Patienten in den Regionen Newham und Doncaster. Dabei bestätigte sich, dass psychologische Therapien kosteneffizient sind: Mehr als die Hälfte der behandelten Personen konnte durch eine kurze Psychotherapie geheilt werden, weiteren geht es zumindest deutlich besser, und viele arbeitsunfähige oder zeitberentete Personen konnten wieder in den Arbeitsprozess integriert werden.

Außerdem verlaufen die Behandlungen besser, wenn die Betroffenen direkt zum Psychotherapeuten gehen können. Werden die Patienten hingegen durch ihren Hausarzt überwiesen, beginnen sie erst später eine ambulante Therapie; sofern die aktuelle Krankheit bei Behandlungsbeginn erst weniger als sechs Monate lang besteht, liegen die Heilungsraten aber bei über 70 Prozent, während bei einer Erkrankungsdauer von über vier Jahren nur noch etwa die Hälfte der Patienten geheilt werden kann.

Die Lage in Deutschland ist aus Sicht der Patienten kaum besser als in Großbritannien, obwohl 30.000 anerkannte psychologische Psychotherapeuten bei deren Standesvertretung gemeldet sind; hinzu kommen viele ärztliche Psychotherapeuten. Zwar beträgt die durchschnittliche Wartezeit auf eine Psychotherapie in Deutschland nur vier bis sechs Monate, aber auch dies hält Rief für "unerträglich lang, wenn man unter schweren Ängsten leidet, zutiefst verzweifelt ist, wenn Magersucht zu lebensbedrohender Gewichtsabnahme führt, wenn man nicht mehr arbeitsfähig ist oder die Familie auseinander zu brechen droht."

Um die Versorgungssituation zu verbessern, sind Rief zufolge daher auch in Deutschland kürzere und effektivere psychologische Behandlungen notwendig, wie sie in England nun realisiert werden. Während dort die meisten Behandlungen nicht einmal zehn Therapiestunden lang dauern, benötigt in Deutschland schon eine ambulante Kurzzeitpsychotherapie 30 Therapiesitzungen; die häufigeren Langzeittherapien dauern im Mittel 70 Stunden.

Eine verbesserte Versorgungssituation ist deshalb nur zu erreichen, wenn auch die durchschnittliche Behandlungsdauer beim Psychotherapeuten kürzer wird, schreibt Rief. "Während Deutschland in der Vergangenheit vielleicht mit etwas Hohn auf das englische Gesundheitssystem geschaut hat, schauen psychisch Kranke künftig womöglich mit Neid auf die englische Insel", so der Ausblick des Psychologen. "Wer an den psychisch Kranken im Gesundheitssystem spart, spart an der falschen Stelle. Nicht nur, aber auch aus ökonomischen Gründen ist eine adäquate Behandlung zwingend indiziert. Dazu muss sich auch in Deutschland noch vieles ändern."

Weitere Informationen:
Ansprechpartner: Professor Dr. Winfried Rief,
Fachbereich Psychologie
Tel. 06421 282-3657
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 
Nur schlecht drauf - oder schon depressiv?

   
Trauer bei Verlusterlebnissen oder eine depressive Stimmung bei schwierigen Lebensumständen gehören zum normalen Auf und Ab des Lebens und stellen eine gesunde Reaktion auf die manchmal bitteren Seiten des Lebens dar. Doch wo hört die depressive Verstimmung auf, und wo fängt eine behandlungsbedürftige Depression an?
Ein Interview mit Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, anlässlich des Internationalen Tages der psychischen Gesundheit am 10. Oktober 2008.
*** Wie viel Depression ist normal?

'Depri' im umgangssprachlichen Sinne ist jeder einmal. Fachleute nennen das 'depressive Verstimmung'. Solche Phasen gehören genauso zum Leben dazu wie z.B. 'Schmetterlinge im Bauch' oder ähnliche Glücksgefühle. Dennoch ist die Grenzziehung zwischen einer depressiven Verstimmung und einer behandlungsbedürftigen Depression sehr wichtig, wenn auch nicht unbedingt einfach. Wird sie aber nicht getroffen, werden an einer Depression erkrankte Menschen in ihrem Leiden nicht ernst genommen. Die Folgen können verhehrend sein.

***Können Sie das bitte näher erläutern?

Leider wird die Depression häufig noch immer unterschätzt, dabei ist sie ist eine ernsthafte, nicht selten auch lebensbedrohliche Erkrankung, die mit einem größeren Leidensdruck einhergeht als die meisten anderen Erkrankungen. Für viele Betroffene ist der Zustand so unerträglich, dass sie sich wünschen, einzuschlafen und nicht mehr aufzuwachen. Aus ihrer Verzweiflung heraus tragen sie sich nicht selten mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen.

*** Wie erkenne ich denn, ob ich an einer Depression leide?

Liegen neben einer ausgeprägten gedrückten Stimmung eine Reihe weiterer Krankheitszeichen vor - und zwar mindestens über einen Zeitraum von zwei Wochen - deutet dies auf eine behandlungsbedürftige Depression hin. Hierzu zählen zum Beispiel eine tiefsitzende Unfähigkeit, irgendwelche Freude zu empfinden, bleierne Schwere und Kraftlosigkeit, Schlafstörungen, übertriebene Schuldgefühle und Grübelzwang. Auch unterschiedliche körperliche Beschwerden oder Appetitstörungen mit Gewichtsverlust können Krankheitszeichen einer Depression sein.

*** Was kann ich tun wenn ich bei mir eine Depression vermute? An wen kann ich mich wenden?

Wenn Sie glauben depressiv zu sein, sollten Sie unbedingt den Arzt aufsuchen. Wichtig ist, dass eine Depression rechtzeitig erkannt und konsequent behandelt wird. So kann das Schlimmste vermieden werden. Leider ist dies derzeit nur bei jeder zehnten Depression der Fall. Haben Sie zu ihrem Hausarzt ein vertrauensvolles Verhältnis, können Sie zu diesem gehen. Darüberhinaus sind Fachärzte, also Psychiater oder Neurologen, oder psychologische Psychotherapeuten die richtigen Ansprechpartner. Eine erste Einschätzung liefert auch ein Selbsttest auf den Internet-Seiten des Kompetenznetzes Depression unter www.kompetenznetz-depression.de.

*** Wie werden Depressionen behandelt?

Depressionen lassen sich gut behandeln, den meisten Patienten kann geholfen werden. Mit der Pharmakotherapie und bestimmten psychotherapeutischen Verfahren wie der sogenannten kognitiven Verhaltenstherapie gibt es heute wirksame Behandlungsmöglichkeiten.

*** Wir haben jetzt Herbst, es ist dunkel, die Tage sind kurz. Haben Sie Tipps, wie man gedrückter Stimmung vorbeugen kann?

Gut ist, regelmäßig Sport zu treiben, idealerweise an der frischen Luft. Wichtig ist auch, soziale Kontakte zu pflegen und sich nicht zu sehr zurückzuziehen. Einfach ein bisschen auf sich achten, angenehme Dinge machen und sich bewusst Gutes tun sowie nicht zu lange zu schlafen, das ist sicher ein probates 'Rezept', um gut gelaunt durch die dunklere Jahreshälfte zu kommen.

Prof. Dr. Ulrich Hegerl ist Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie der Universität Leipzig, Sprecher des Kompetenznetzes Depression, Suizidalität sowie Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.
Weitere Informationen:
http://www.deutsche-depressionshilfe.de
http://www.kompetenznetz-depression.de

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw- 

 


 

 

 
Erstes psychologisches Angst und Panik Video Ratgeber Portal im Internet eröffnet
29.08.08

Es gibt ein großes Angebot von Selbsthilfe-Büchern sowie zahlreiche Informationsseiten und Foren zum Thema Angst und Panikattacken im Internet.

Einen neuen Weg, Informationen für Betroffene und Angehörige bereit zu stellen, gehen die Psychotherapeuten Dr. Doris Wolf und Dr. Rolf Merkle. Die Idee dahinter: ein Video sagt mehr als Tausend Worte und Bilder. Deshalb haben die beiden verhaltenstherapeutisch arbeitenden Psychotherapeuten ein psychologisches Angst und Panik Video Ratgeber Portal unter http://www.expertenrat.info eröffnet.

Das Video Ratgeber Portal wendet sich an Betroffene und Angehörige. Über 150 kostenlose Video Informationen zu Angst- und Panikstörungen stehen 24 Stunden, 7 Tage die Woche, zur Verfügung. Die Bandbreite der Angst Themen reicht von Agoraphobie, über Angst vorm Erröten, Höhenangst und Panikattacken bis hin zu sozialen Ängsten wie Redeangst und Angst vor Ablehnung.

Leicht verständlich und umfassend informieren die Videos über die Symptome, Ursachen, den Teufelskreis der Angst und die Behandlungsmethoden der einzelnen Angststörungen. Checklisten, um selbst herauszufinden, ob man von einer bestimmten Angststörung betroffen ist, allgemeine Informationen über psychologische Zusammenhänge und schriftliche Schritt für Schritt-Selbsthilfe-Informationen runden das Angebot ab.

Wer eine psychotherapeutische Unterstützung sucht, findet eine deutschlandweite Psychotherapeutenliste mit kassenzugelassenen psychologischen Psychotherapeuten. Im angeschlossenen Angst und Panik Forum (www.psychic.de) können sich Betroffene austauschen und Rat einholen. Und Betroffene, die selbst Video Clips zur Angst gedreht haben, können diese auf dem Video Ratgeber Portal veröffentlichen.

Zu finden sind die Video Clips zu den Angst- und Panikstörungen unter: http://www.expertenrat.info

 
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